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Der schreckliche Junge

„Ich kann mit diesen Blagen nichts anfangen“, lästert Rafaela, „die sind doch alle unreif.“

Marion gluckst. Die selbstbewusste Art ihrer neuen Mitschülerin überrascht sie. Rafaela ist heute den dritten Tag in ihrer Klasse und legt schon so los. Durch einen Umzug von Bozen hierher musste sie mitten im Schuljahr auf ihre Schule wechseln. Sie teilt aber nicht Rafaelas Meinung. „Es gibt auch ein paar Vernünftige“, erklärt sie ihrer neuen Sitznachbarin.

Rafaela, die scheinbar unaufhörlich reden kann, schnauft nur abfällig. „Wer denn? Die sehen doch alle … guck doch mal, alles Milchgesichter.“

„Thomas finde ich ganz gut“, gesteht Marion etwas unsicher.

„Wer war das noch mal?“ fragt die Italienerin.

„Der dort“, antwortet Marion und zeigt auf einen großgewachsenen schlaksigen Schüler mit blonden kurzen Haaren.

„Hast du ´nen Knall? Guck doch mal sein Gesicht, total langgezogen. Ein Pferdekopf.“

„Geht doch“, sagt Marion leicht eingeschüchtert, die Thomas wirklich am besten findet. Zumindest in ihrer Klasse. Es gibt ja noch andere Jungs an der Schule, die ganz gut aussehen. Vor allem dieser aus ihrer Parallelklasse. Der ist süß. Leider interessiert der sich aber alles andere als für Mädchen. Vor allem nicht für sie. Eigentlich ist er ein furchtbar schrecklicher Mistkerl. Ständig albert er herum, hänselt andere oder macht sich über alles Mögliche lustig.

Rafaela scheint von Marions Urteil über Thomas nicht überzeugt zu sein. Sie lehnt sich selbstgefällig an die kleine Stuhllehne zurück und zieht verachtend ihren Mundwinkel zurück. „Hast du einen Freund?“ fragt sie ihre Nachbarin und guckt sie dabei nur aus den Augenwinkeln an.

Marion schüttelt ihren Kopf.

„Ich habe mit meinem Schluss gemacht“, zischt Rafaela.

„So? Und warum?“

„Weil er in Bozen wohnt“, antwortet sie patzig, als ob Marion schwer von Begriff sei. „Ging außerdem nicht mehr zwischen uns“, plappert Rafaela weiter, lehnt sich wieder vor und fügt ganz nebenbei hinzu: „Er war fünf Jahre älter.“

„Echt?“ fragt Marion erstaunt. „So alt?“

„Besser als so ein Baby“, stichelt Rafaela gegen ihre Mitschüler. Sie holt einen kleinen Spiegel aus ihrer Tasche und beguckt sich darin. Sie sieht ein rundes Gesicht, eine spitze Nase und langes glattes dunkelblondes Haar. Sie pflegt sich viel, ist aber mit ihrem Aussehen nicht wirklich zufrieden. „Und du hattest noch nie einen Freund?“ tut sie ungläubig.

Marion verneint.

„Hattest du schon Sex?“ fragt sie unbeirrt weiter.

„Ohne Freund?“

Rafaela verdreht die Augen, während Marion peinlich berührt schweigt.

„Also noch nicht“, stellt Rafaela fest.

„Nein“, antwortet Marion sehr leise. „Du?“

„Klar. Aber nur mit richtigen Kerlen. Voll coole … alles klar!?“ Rafaela grinst. „Wenn ich daran denke, ich müsste mit einen von denen hier zusammen sein?“ meckert sie leise gegen ihre männlichen Mitschüler weiter.

Marion widerspricht nicht. Viel mehr hofft sie eventuell eine Freundin in der Neuen zu finden, da sie nicht die Beliebteste in der Klasse ist wegen ihrer zurückhaltenden Art. Ihre Hasenscharte hemmt sie sehr und macht sie auch zu einem willkommenen Hänselobjekt für diesen schrecklichen Jungen aus der Parallelklasse. Immerhin unterhält sie sich schon recht gut mit der Neuen. Sie stimmt ihr freundschaftlich zu, obgleich es nicht der Wahrheit entspricht und erzählt weiter, um Rafaelas Gunst zu gewinnen: „In der Parallelklasse sitzt der Schlimmste von allen.“

Rafaela schnauft verächtlich.

„Ein richtiger Mistkerl“, lässt sich Marion über diesen Schüler aus. „Ständig macht er sich über dich lustig“, schimpft sie vor sich hin.

„Über mich? Das soll der mal wagen!“ erklärt Rafaela mit verachtendem Blick, obwohl sie weiß, dass Marion das allgemein meinte. Sie schaut zu ihrer nicht gerade mit Schönheit geschlagenen Mitschülerin, auf ihre Hasenscharte, die ihre Oberlippe und die Nase verzerrt. Fast kann sie den Nachbarschüler verstehen. Diese Marion ist keine Schönheit, aber sehr freundlich und zu dem kommt sie selbst gegenüber so einem hässlichen Mädchen besser zur Geltung. In ihrer Nähe soll es einer dieser Bälger mal wagen zu hänseln, überlegt sie sich.

Große Pause. Die Schüler kommen aus ihren Zimmern und laufen durcheinander. Rafaela geht zusammen mit Marion und Bettina, einer weiteren Mitschülerin, nach draußen. Sie schaut im Vorbeigehen in den Klassenraum der Parallelklasse. „Wer ist es?“ fragt sie Marion nach diesem Kerl. Sie hätte große Lust diesem Riesenbaby jetzt schon in den Arsch zu treten.

Ihre Mitschülerin schaut auch hinein, sieht ihn aber nicht. „Vielleicht ist er schon raus.“

Die Mädchen gehen weiter. Langsam, da Rafaela das Tempo bestimmt und viel mehr den Gang entlang stolziert. Schnelle hastige Bewegungen sind etwas für ihre jüngeren Mitschüler. Immerhin ist sie zwei Jahre älter als die meisten, da sie zweimal eine Klasse wiederholen musste. Lernen ist etwas, das für sie nicht wichtig ist. Sie hat andere Ziele. Gerade hält sie eine Hand an ihr Gesicht, um ihre Haare lässig aus ihrem Gesicht zu streichen, als sie jemand von hinten heftig gegen die Schulter rempelt und sie nach vorne stolpern lässt. Dieser jemand springt geradezu zwischen Marion und ihr hindurch und läuft weiter ohne sich zu entschuldigen. Ein Junge.

Mit unordentlichem Haar, das ihr im gerötetem Gesicht hängt, und im Stolz gekränkt richtet sich Rafaela auf und ruft ihm hinterher: „Hey, du dämliches Balg!“

„Das ist er“, sagt Marion leise.

Der Junge dreht sich um und guckt die Mädchen kurz an. Er hat ziemlich langes verstrubbeltes dunkelbraunes Haar und ein Gesicht zum … Rafaela will ihn erst weiter beschimpfen, stoppt aber abrupt. Der Junge läuft weiter zum Pausenhof. „Das war dieser … schreckliche Junge?“ versichert sie sich bei Marion.

„Ja. Ein Arsch, sage ich dir!“ bestätigt die Angesprochene.

Auf dem Hof beobachtet Rafaela aus einer Mädchentraube heraus den so schrecklichen Jungen. Er spielt mit einem Tennisball Fußball gegen eine niedrige Mauer mit anderen Jungs zusammen. Immer wieder macht er komische Verrenkungen und alberne Geräusche. Seine Kleidung ist alles andere als stilvoll, eher einfach. Schlabberlook. Sie passt zu so einem unreifen Arsch. Scheinbar macht er sich aber nichts daraus. Die Mädchen bemerken Rafaelas Tun und sehen ebenfalls zu dem Jungen.

„Wie heißt der da?“ will Rafaela wissen.

„Rory“, antwortet Bettina.

„Wie?“

„Rory“, wiederholt Bettina.

„Eigentlich Wuri oder so“, meint ein anderes Mädchen. „Der Name ist unaussprechlich. Warum fragst du?“

„Weil ich wissen will, wer hier die größten Spinner sind“, antwortet Rafaela. Kurzes allgemeines Kichern.

„Ich finde ihn gut“, sagt ein schwarzhaariges Mädchen.

„Was?“ fragt ein anderes abfällig, als ob sie es nicht glauben könnte.

„Er sieht doch süß aus“, antwortet die Schwarzhaarige.

„Er ist trotzdem … unreif“, sagt Marion mit unsicherer Stimme und schaut Rafaela an, ob sie zustimmt. Die schaut aber gerade weg, als sie diesen Rory laut lachen hört.

Nach der Pause stehen die meisten Schüler der beiden Parallelklassen bereits vor den noch verschlossenen Türen. Einige sitzen auf Heizungen. Rafaela stellt sich nah zu den Schülern der anderen Klasse. Dieser Rory ist noch nicht da. Fragend schaut sie sich um.

Marion gesellt sich zu ihr. „Suchst du was?“

„Nein“, antwortet sie recht barsch und guckt zu, wie ein komisch wirkender großer schlanker Lehrer, eindeutig schwul, den Nachbarraum aufschließt. Die Schüler gehen hinein, aber der schreckliche Junge fehlt. Rafaela hat dafür keine Erklärung. Schwänzt er vielleicht?

Auch als ihr Klassenraum offen ist und alle hineingehen, ist dieser Rory immer noch nicht erschienen. Der schwänzt einfach, denkt sie sich.

Der Unterricht beginnt und alle fangen mit über den Tischen gesenkten Köpfen an zu schreiben. Es klopft an der Tür. „Ja“, ruft ihr Lehrer und sie öffnet sich. Dieser Wuri oder Rowi tritt ein. Ungläubig schaut Rafaela hin. Sie versteht nicht, wo der plötzlich herkommt. Er fragt ihren Lehrer nach Kreide. Fast alle schreiben weiter, nachdem ihre Mitschüler gecheckt haben, wer da hereingekommen ist. Rafaela hingegen beobachtet den Jungen weiter, sein ebenes Profil und seine vollen Lippen. Er steht ziemlich missmutig da, scheint genervt von seiner Aufgabe, Kreide zu besorgen. Sein Kopf dreht sich zu den Schülern und unbewusst schaut er abermals Rafaela kurz an, da sie als einzige ihren Kopf erhoben hält. Dann guckt er wieder weg, uninteressiert … an ihr und verlässt mit einer handvoll Kreide das Zimmer.

Am nächsten Tag das gleiche Spiel. Schüler stehen vor Beginn des Unterrichts vor den Klassenzimmern, aber der schreckliche Junge fehlt. Die Räume werden aufgeschlossen und scheinbar alle Schüler mit Ausnahme dieses Wuschelkopfs treten ein. Gestern war er auch nicht da und dann plötzlich doch, denkt sich Rafaela. Vielleicht hat sie ihn übersehen oder aber er kam zu spät zum Unterricht. Sie steht noch vor der Tafel, als ihr Lehrer sich setzt und sie fragend anschaut.

„Kann ich mal auf Toilette?“ fragt Rafaela.

„Jetzt? Wir haben ja noch nicht mal angefangen“, erklärt ihr Lehrer.

„Ich muss troootzdem und zwar jetzt“, tut Rafaela genervt. „Soll ich mir in die Hose machen?“

Sie darf und verlässt kurz nachdem sie ihren Klassenraum betreten hat, diesen auch schon wieder. Niemand steht vor den Räumen. Rafaela ist sich ganz sicher, dass der schreckliche Junge nicht bei den anderen aus der Parallelklasse dabei war.

Gestern war er auch nicht da und dann wieder doch. Wie kann das sein? Gestern war es allerdings nach der Pause. Heute nicht. Ist er heute vielleicht krank oder was?

Rafaela geht um die Ecke und … da kommt er. Tatsächlich. Er schlurft gemächlich mit den Händen in der Jeans den Gang entlang. Die Ruhe selbst.

Rafaela weiß nicht, was sie mit so einem Verhalten halten soll. Er kommt immer näher und wird … immer schöner. Sie seufzt und stöhnt innerlich. Er mag ja einer von diesen unreifen Riesenbälgern sein, aber noch nie in ihrem Leben hat sie … so einen süßen Jungen gesehen. Noch nie. Als er sie erreicht, würde sie am liebsten dahinschmelzen.

„Hallo“, spricht sie ihn für ihre Verhältnisse viel zu mädchenhaft an und ärgert sich sofort über sich selbst.

Er bleibt stehen und guckt sie verdutzt an. Sooo süß. Sein Gesicht ist so was von makellos und hübsch. Diese dunklen Augen. Alles. Dichte Wuschelhaare, allerdings ein wenig zu unordentlich.

„Hm?“ knurrt er nur.

„Weißt du, wo die Toiletten sind?“ fragt sie und überlegt sich sofort, wie sie sich nur so blamabel anstellen kann. Ihre Verärgerung wird größer. Er ist doch nur einer dieser albernen Blagen.

„Sehr witzig“, antwortet er und schlurft weiter.

„Ey, ich bin neu hier, du Balg“, schimpft sie ihm hinterher. Gut, sie hat sich gefangen und ihre Art wiedergefunden, aber vielleicht hat sie diesen Jungen jetzt verärgert. „Hilfsbereitschaft ist wohl nicht gerade deine Stärke“, meckert sie sehr laut weiter. „Eher Mädchen umrennen, oder, du Stiesel!?“ Das war es dann wohl mit dem, denkt sie sich und schaut ihm wütend hinterher.

Der Junge blickt kurz zu ihr zurück und grinst.

„Was gibt´s zu Grinsen?“ fragt Rafaela sofort schroff.

„Nichts“, antwortet er und schlurft weiter.

„Sag doch. Was ist so witzig?“ bleibt Rafaela dran und schreitet ihm mit großen Schritten hinterher. Auf seinem Rücken hat er eine sehr platt wirkende Tasche geschultert, als ob nichts da drin ist. „Warte mal“, ruft ihm Rafaela hinterher und holt ihn ein. „Du solltest deinen Ton ändern“, mahnt sie. „Italienerinnen sind sehr temperamentvoll.“ Sie sagt das, in der Hoffnung ihn neugierig zu machen.

„Musst du nicht aufs Klo?“

„Ich kann auch später“, antwortet sie. „Sag mal, du hast doch so einen komischen Namen, richtig!“

„Heinz?“ antwortet der Junge fragend und Rafaela stutzt kurz. Der Junge lacht laut auf.

„Willst du mich verarschen?“ schimpft sie.

„Was ist an Heinz verkehrt?“

„Heinz. Na sicher! Du heißt Rudi oder so.“

„Okay, ertappt! Rudi Stiesel!“ Wieder lacht er.

„Du bist sooo lustig“, sagt Rafaela spöttisch und schüttelt abfällig ihren Kopf.

Beide erreichen die Klassenräume.

„Ich bin übrigens Italienerin“, erklärt Rafaela und ärgert sich sofort wieder über sich selbst, wie sie so einen überflüssigen Stuss auch noch zweimal erzählen kann. Sie wartet trotzdem kurz, wie der Junge reagiert. Er reagiert überhaupt nicht und öffnet seine Klassenraumtür.

„Danke für deine Hilfe“, ruft sie noch schnell, als er auch schon hineingeht.

„Ach, auch schon da“, hört sie eine Frauenstimme sprechen und die Tür schließt sich.

Sie bleibt noch kurz vor der Tür stehen. Dieser Rudi ist absolut unreif, das ist sicher, aber er sieht maßlos gut aus. Er ist auch jünger als sie. Eigentlich ein Ablehngrund, aber vielleicht macht sie für diesen Jungen mal eine Ausnahme.

Nachdem Rafaela zu Hause ihre meistens häufigen und langen Telefonate beendet hat, geht sie in ihr Zimmer und schließt sich ein. Grübelnd denkt sie an den Jungen aus der Schule. Viel Interesse hat er nicht gezeigt. Das sollte aber trotzdem kein Problem sein. Wenn sie will, kann sie jeden haben und wenn er unreif ist, wird er es schon lernen. Man muss nur sehr forsch sein, dann geben alle nach. Sie war zwar immer nur mit Älteren zusammen, aber sie weiß das von einer Freundin aus Bozen. Die Jungs werden hier nicht anders sein.

Rafaela entkleidet sich und legt sich flach und nackt auf den Rücken auf ihr Bett. Ihre Beine sind leicht gespreizt. Mit einer Hand fasst sie sich an, führt ihren Mittelfinger zwischen ihre Schamlippen. Wie sie es gewohnt ist, beginnt sie sich zu befriedigen. Ihr Ex könnte sie jetzt noch mal richtig nehmen. Er war gut bestückt. Sie würde gerne feste und tiefe Stöße in sich spüren. Dieser Rudi wäre wahrscheinlich dazu nicht in der Lage. Aber sein Gesicht ist sehr hübsch. Diese Haare. Sie würde gerne hineingreifen und sie zerzausen, während er sie leckt. Ihr Unterleib hebt sich kurz an. Die Hand reibt weiter. Zwei Finger streicheln ihre Klitoris und schieben sich tiefer in ihre Vagina. Wieder hebt sich ihr Unterleib an. Ein wohliges Kribbeln durchläuft ihren Körper. Sie fingert zwischen ihren nassen Schamlippen und immer wieder über die Klit. Ihre andere Hand knetet eine ihrer recht kleinen Brüste. Zum Lecken würde sich dieser Rudi doch gut eignen. Lecken und Haare raufen. Sie stellt ihn sich nackt vor, wie er mit seinem hübschen Kopf zwischen ihren schlanken Schenkel liegt und ihre Schnecke durchleckt. Zeitgleich könnte sie den dicken Schwanz ihres Ex blasen. Ihr Unterleib hebt sich. Sie wird sich von Rudi lecken lassen, so viel steht für sie fest. Ein Zucken. Leise und kaum schnaufend kommt sie zum Höhepunkt.

Alltagsgeschäft. Die nächste Zeit beobachtet Rafaela immer wieder den Jungen. Er spielt nahezu jeden Tag in der Pause mit anderen Schülern Fußball mit einem Tennisball. Auch heute.

„Hast du heute schon was vor?“ fragt Marion.

Rafaela will patzig antworten, als sie den Jungen meckern hört und sich stattdessen sofort umdreht. Ein kleiner dicker blonder Junge steht vor ihm und beide streiten sich. Sie kriegen sich gar nicht ein und scheinbar bringt der Fettsack den hübschen Jungen zur Weißglut. Dann spielen sie doch weiter. Rory, Rory Brian, wie sie mittlerweile richtigerweise den Namen des Jungen erfahren hat, nicht Rudi Stiesel, hat den Ball, als plötzlich der blonde dicke Junge grölend auf ihn zugestürmt kommt und scheinbar überhaupt nicht den Ball bekommen will. Er scheint ihn nur ärgern zu wollen. Der kleine Fettsack hat die Arme ausgebreitet, rollt wie wild seine Augen, zeigt seine weit auseinander stehenden Zähne und grölt diesen Rory mit vorgebeugtem Oberkörper an. Blitzartig zuckt der Arm von dem größeren Jungen. Der Dicke hält sich sofort ein Auge zu und heult auf. Der Hübsche hat dem Dicken aufs Auge gehauen, ruft so was wie „Fettarsch“ und spielt weiter Fußball. Ein leichtes Lächeln umspielt Rafaelas Lippen.

Als der dicke Junge nach einiger Zeit immer noch nicht wieder mitspielt und weinend einen Bluterguss unter seinem Auge vorweisen kann, gesellen sich die anderen um ihn, um sich sein Dilemma anzugucken. Dieser Rory scheint verwundert zu sein und steht sprachlos daneben, als er den Dicken weinen sieht. Es sieht so aus, als täte es ihm leid. Wenig später ist die Pause beendet.

In der nächsten großen Pause treffen Marion und Rafaela den hübschen Jungen im Foyer der Schule auf einer Heizung sitzend.

„Lass uns mal zu dem gehen“, schlägt Rafaela vor.

„Ne, lieber nicht“, sagt Marion ängstlich.

„Los, komm“, bekommt sie nur von ihrer Begleiterin zu hören und lässt sich mitziehen. „Na“, begrüßt Rafaela den angeblich so schrecklichen Jungen, der nur teilnahmslos und mit herabhängenden Schultern dasitzt. „Worauf wartest du?“

Er glotzt betrübt zu Boden und antwortet nicht.

„Los, weiter“, sagt Marion. „Lass doch den Blödmann.“

„Wer ist denn hier ein Blödmann, Monsterfresse?“ Der Junge hat seinen Kopf erhoben und schaut Marion zornig an.

„Selber“, versucht sich Marion kleinlaut zu wehren.

„Hä? Ich bin wohl im falschen Film!“ spottet der Junge. „Bin ich hier das Schiefmaul, oder was?“ lästert er mit angehobener Oberlippe, um Marions Hasenscharte nachzustellen. „An deiner Stelle würde ich mir eine Tüte über den Kopf ziehen, um meine Mitmenschen nicht zu verschrecken. Zeig ein bisschen Mitgefühl!“

Rafaela schmunzelt amüsiert.

„Du bist …“ stammelt Marion.

„Dä bässt, dä bässt“, fällt er ihr sofort, sie nachäffend, ins Wort und stoppt plötzlich. Rafaela kichert. Ein Lehrer kommt in Begleitung von dem dicken Jungen auf ihn zu. Sie weiß nicht, dass das sein Klassenlehrer ist, merkt nur, wie dieser Rory scheinbar in sich zusammenschrumpft. Als der Lehrer vor ihm steht und ihm Vorwürfe macht, guckt dieser Rory den Lehrer mit so was von einem ängstlichen Hundeblick an, dass Rafaela am liebsten sofort vergehen möchte. So ein süßer Blick. Der eben noch so großkotzige Junge schweigt und hat scheinbar mächtig Schiss vor diesem Lehrer.

Marion beobachtet zufrieden die Situation, bis die Augen des Jungen kurz zu ihr zucken. Sofort macht sie sich vom Acker, auch ohne Rafaela. Wahrscheinlich fürchtet sie jetzt seine Rache. Rafaela geht langsam hinter Marion her, steht gerade hinter dem Lehrer und dem Dicken und blickt noch einmal zum hübschen Jungen. Er guckt gerade zwischen den beiden vor ihm Stehenden zu ihr hindurch. Sofort zeigt Rafaela von hinten auf den dicken blonden Jungen, dann auf ihr eigenes Auge und hebt anerkennend beide Daumen nach oben. Dieser Rory schaut sie nur ohne die Miene zu verziehen an und als sein Lehrer lauter wird, mit großen Augen wieder ängstlich zu diesem hinauf. Rafaela ist entzückt. Abermals linst Rory, während er seinen Kopf noch zum Lehrer erhoben hat und dieser noch spricht, aus den Augenwinkeln zu Rafaela. Sie stellt sich im Abstand von ca. zwei Metern hinter dem dicken Jungen, tut so, als ob sie seinen Arsch greifen würde und macht mit ihrem Unterleib obszöne Stoßbewegungen. Der hübsche Junge schaut schnell zur Seite und rümpft seine Nase auf komische Weise. Dann spitzt er seine Lippen und höhlt gleichzeitig seine Wangen aus. Er verkneift sich scheinbar das Lachen, was seinen Lehrer noch wütender macht. Rafaela beobachtet den Jungen. Wieder linst er zu ihr. Rafaela wiederholt ihr Spiel, verdreht dabei ihre Augen und lässt die Zunge raushängen. Jetzt schnauft Rory und kneift seine Augen zusammen. Sein Oberkörper vibriert leicht und er gluckst immer schneller hintereinander weg. Der Lehrer meckert immer lauter und droht mit einem „Blauen Brief“. Dann lacht Rory laut los, dreht sich aber zur Seite, um dem bösen Blick seines Klassenlehrers zu entgehen. Mit Tränen in den Augen entschuldigt er sich bei dem Lehrer und kriegt sich doch nicht ein, bis der Lehrer aufgibt und samt Dickmops verschwindet. Der Junge erhebt sich, schaut Rafaela an und geht an ihr vorbei. Immer noch hat er verheulte Augen.

„Na, Heinz“, ruft sie und geht hinter ihm her. .

Er dreht sich nur kurz um, geht dann aber weiter, bis er sich an die lange Schlange beim Laden des Hausmeisters anstellt.

„Hast du Ärger, weil du dem eine verpasst hast?“ fragt sie. „Ich hab´s gesehen. Dieser kleine Fettsack hat angefangen.“

„Hm.“

„Hätte ich auch gemacht.“

„Hm. Der hat selber schuld“, knurrt der Junge.

„Sag ich doch. Und dann macht dieser Arsch von Lehrer so einen Hermann.“ Rafaela beobachtet seine Reaktion. Rory guckt sie nur kurz an und kauft sich dann einen Kakao.

Auf dem Rückweg zu den Klassenräumen begleitet sie ihn weiterhin und er lässt sich davon scheinbar zumindest nicht stören. Er knabbert ein kleines Loch in den Becherboden und spritzt sich den Kakao in den Mund. Marion folgt den beiden mit Abstand und nöligem Gesicht.

„Spielst du gut Fußball?“ versucht Rafaela den Jungen zum Reden zu bringen.

„Hm.“

„Ich finde, du bist ganz gut. Ihr Deutschen seid ja auch nicht schlecht. Italien spielt aber besser.“

Er grummelt. „Italien ist nicht besser. Die haben nur mehr Glück.“

„Wir sind dreimal Weltmeister, ihr nur zweimal.“

Er bleibt stehen und guckt sie an. Volltreffer. Dieses Thema scheint ihn zu interessieren. Marion schließt auf, bleibt aber etwas abseits stehen. Rafaela schielt kurz zu ihr, hat jetzt aber keine Zeit für Mädchengetue.

Plötzlich springt wie aus dem Nichts ein anderer Junge Rory von hinten an, schmeißt seine Arme um ihn — „Hey, Rotschibaby“ — und lässt aber gleich wieder los. Rory schaut ihn schmunzelnd an, erinnert sich aber wieder an das, was Rafaela eben gesagt hat: „Die ersten beiden Titel für euch zählen nicht. Die sind erschummelt“, erklärt er.

„Wer sagt das?“ meint Rafaela.

„Worum geht´s?“ fragt der hingekommene Junge dazwischen und grinst Rafaela breit an.

„Ich sage das“, antwortet Rory, ohne seinem Kumpel zu antworten. „Italien hätte bei den ersten beiden WM´s noch so schlecht spielen können. Die hätten trotzdem gewonnen.“

„Siehste“, lächelt Rafaela.

„Ja, weil die Schiedsrichter bestochen waren“, schimpft Rory jetzt.

„Worum geht´s denn?“ fragt der Kumpel wieder.

„Und 82?“ erwähnt Rafaela.

„Hm … da war Italien besser“, gibt Rory zu. „Leider. Aber nur 82.“

„Fußball?“ rät der Kumpel.

Rafaela wirft elegant ihr Haar zurück und klimpert mit den Augen. Der Kumpel wird rot, obwohl das nicht ihm gilt. Rory bemerkt das aber scheinbar nicht und fragt seinen Kumpel: „Kommst du nicht mehr zum Fußball?“

„Du musst reden“, erwidert der. „Außerdem bin ich im Verein eingetreten. Muss jetzt trainieren.“

„Echt?“

„Ja, im TSV“, erklärt der Kumpel. „Die suchen übrigens noch Spieler. Hast du nicht Lust?“

„Weiß nicht.“

„Du spielst doch gut. Nur ein Probetraining“, schlägt er vor.

„Wann issen das immer?“

„Heute zum Beispiel. 17 Uhr! Okay?“

Rory grübelt, stimmt dann aber recht verhalten zu. Sein Kumpel verschwindet wieder.

„Trittst du in den Verein ein?“ versucht Rafaela wieder die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken.

Er pustet nur aus. „Keine Ahnung.“

„Wieso bist du für Italien?“ piepst Marion von der Seite her Rafaela an.

Rory und sie schauen zeitgleich zu dem hässlichen Mädchen.

„Weil ich Italienerin bin, du …“ Rafaela verkneift sich gerade noch eine Beleidigung.

„Du sprichst doch aber akzentfrei deutsch“, meint Marion unsicher.

„Man, bist du dusselig“, blafft sie Rory an. „Die Südtiroler sprechen fast alle deutsch.“

Rafaela schaut ihn immer interessierter an. Ein blondes hübsches Mädchen geht an den dreien vorbei und wirft Rafaela einen geringschätzigen Blick zu. Sie antwortet sofort mit einem ebensolchen. Dann wendet sie sich wieder Rory zu: „Gehst du wirklich zu diesem Training?“

„Was geht dich das an?“

„Wenn nicht, können wir uns treffen“, schlägt sie forsch vor.

„Öhm.“ Rory wirkt plötzlich überrascht. Damit hat er eindeutig nicht gerechnet.

„Na, was ist denn mit deiner kleinen Asifreundin?“ keift die hübsche Blondine dazwischen.

Hat er eine Freundin, überlegt sich Rafaela.

„Verzieh dich“, richtet er sich an die Blondine.

„Denk an deine Sooonja“, zwitschert wieder die Blondine honigsüß.

„Man, halt deine Fresse“, zetert Rafaela das Mädchen plötzlich an.

„Halt du sie doch“, wehrt die sich, ist aber wohl ziemlich überrascht wegen Rafaelas Art und zieht sich zurück.

Als die Lehrer die Räume aufschließen, stopft Rafaela Rory schnell einen kleinen Zettel in seine vordere Hosentasche. Der Junge guckt verdutzt auf ihre Hand an seiner Jeans. Dann dreht sie sich um, lächelt ihm breit zu und spricht leise mit übertriebener Mimik ihres Mundes: „Ruf mich an.“

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