Freundschaft und Liebe, Reichtum und Fantasien



„Stell dir vor, in seiner Dusche hatte er einen Bildschirm. Der war in die Wand zwischen den Fliesen eingelassen. Und als ich das Wasser aufdrehte, wurde das Licht im Bad gedimmt und auf dem Bildschirm erschienen Filme.“

„Was für Filme? Pornos?“

„Nicht direkt Pornos, also es wurde kein Geschlechtsverkehr gezeigt, wenn du das meinst. Aber es waren Videos von wunderschönen Frauen, die sich auszogen, ihre Möse und ihre Brüste streichelten, sich drehten und runterbeugten, so dass man ihre Schamlippen von hinten sehen konnte. Die Filme sorgten jedenfalls dafür, dass mein Pimmel sofort steif wurde, und ich angefangen habe mich selbst zu befriedigen.“

„Wow. Du hast abgespritzt in seiner Dusche?“

„Ja schon, aber nicht zu den Bildern, nein. Plötzlich kam nämlich seine Freundin Anja ins Bad, völlig nackt. Sie hat irre feste Brüste, nicht besonders groß, mit kleinen harten Nippeln. Ihre Schamhaare sind rasiert, also nicht nur ein bisschen zurechtgestutzt, sie ist völlig nackt untenrum. Sie hat die Glastür zur Dusche aufgeschoben, ist reingekommen und hat sich von hinten an mich rangedrängt. Ich spürte ihre Brüste und ihre Nippel an meinem Rücken und sie nahm dann sofort meinen harten Schwanz in die Hand und wichste mich so lange weiter, bis ich gekommen bin. Dabei flüsterte sie mir nette Sachen ins Ohr, hat mich richtig angemacht. Sie hat dann meinen Samen von ihren Händen abgeleckt und ich habe ihre Vagina gefingert, das ließ sie zu. Richtigen Sex hatten wir nicht.“

„Seine Freundin, echt? Wusste er davon? Was wäre denn passiert, wenn er reingekommen wäre?“

„Das war ja das Erstaunliche. Er hatte sie mehr oder weniger reingeschickt zu mir in die Dusche. Am Abend hatte er gemerkt, dass ich sie mochte. Und er hat sie am Morgen gefragt, ob sie zu mir in die Dusche gehen würde. Offenbar war sie gleich einverstanden. Hat er mir jedenfalls später erzählt.“

„Was für ein Typ ist dieser Stefan? Macht er das mit jedem Gast so?“

„Keine Ahnung. Aber ich bin ja auch nicht jeder Gast.“

„Erzähl! Woher kennst du ihn denn eigentlich?“

„Wir waren zusammen in derselben Klasse im Gymnasium ab der fünften Klasse, also ungefähr mit 11 Jahren. Wir waren jahrelang die besten Freunde, hingen nach der Schule zusammen ab, haben zusammen Partys besucht, diskutierten unsere ersten Geschichten mit Mädchen. Wir waren wirklich richtig dicke Freunde.“

„Du meinst, so wie wir jetzt?“

„Ja, so ungefähr. Aber anders, wenn du weißt, was ich meine. Wir waren ja noch Jugendliche, da geht es um andere Sachen als bei Erwachsenen. Und solche Freundschaften spielen ja in dem Alter eine ganz andere Rolle.“

„Und dann? Wieso sagst du, wir WAREN dicke Freunde?“

„Mit 16 hat Stefan unsere Klasse, also unsere Schule, ja, die ganze Stadt urplötzlich verlassen. Er ist mit seiner Familie fortgezogen, niemand hat gewusst warum und wohin. Es gab nur Gerüchte und Andeutungen, was passiert war. Die einen sagten, er hätte eine rätselhafte Krankheit und müsste deshalb weit weg in ein Sanatorium. Die anderen meinten, er habe eine Erbschaft gemacht. Eine richtig große Erbschaft, hieß es. Ich habe eigentlich nichts davon geglaubt, aber ich war traurig und fühlte mich ziemlich verarscht von ihm: Er war doch mein bester Freund. Wieso kann er mir nicht wenigstens mal schreiben, was los ist?

Aber dann, vor drei Jahren etwa, er war also schon sieben Jahre weg, da habe ich ihn beim Zahnarzt in einer Zeitschrift gesehen. Weißt du, im Wartezimmer gibt es doch immer diese Zeitschriften, in denen von Paparazzi geschossene Promifotos drin sind. Ich griff das Heft so nebenbei, weil es bei meinem Zahnarzt kein WLAN gibt, hab da drin rumgeblättert, und da war Stefan. Ganz klar, ein Foto von ihm. Er war zwar sieben Jahre älter als zu der Zeit als ich ihn zuletzt gesehen hatte, aber er war ganz deutlich zu erkennen. Das war auf einer ganzen Seite mit Partyfotos, offenbar aus großer Entfernung durch ein Fenster von draußen geschossen: „Im Hafen von Monaco traf sich der Geldadel zur Frühjahrsparty“ stand drüber. Und unter seinem Foto: „Stefan Brüggemann (23), Milliardenerbe aus Bremen.“ Ich habe die Seite mit dem Foto rausgerissen. Die anderen Leute im Wartezimmer guckten ziemlich pikiert, aber egal. Ich musste das meinen Eltern zeigen und den andern aus der Schule von früher.“

„Und? Was haben die gesagt?“

„Ich hab´s dann doch nicht rumgezeigt. Naja, ich wohnte ja längst nicht mehr zuhause und Kontakt zu den Leuten aus meiner Klasse habe ich auch nicht mehr. Und dann wusste ich nicht, ob es Stefan recht gewesen wäre, wenn ich dieses Foto überall verbreitet hätte. Ich kam mir plötzlich schäbig und doof vor das rumzuzeigen, so nach dem Motto: Guck mal, der war mein bester Freund in der Schule, jetzt ist er Milliardär in Monaco. So, als wäre ich selbst so ein idiotischer Paparazzo. Ich denke, deshalb habe ich auch dir davon bisher nichts erzählt.“

Ich fuhr fort: „Aber spannend fand ich es doch irgendwie. Mein ehemaliger bester Freund ist jetzt Milliardär. Puuh. Ich meine, wir verdienen ja auch nicht schlecht mit 26. Aber was sind 70.000 Euro im Jahr gegen eine Milliarde? Allein von den Zinsen kann der ein Luxusleben führen.“

„Ja, hört sich krass an. Aber sage mal, wie bist du dann in seine Villa geraten? Hast du rausgefunden, wo er jetzt wohnt und hast da geklingelt?“

„Nee, was denkst denn du? Das hätte ich niemals gemacht und wäre auch nicht so einfach gewesen. Stefan ist jetzt umgeben von Security. Da kannst du nicht einfach so an der Tür klingeln. Die Adresse kannst du nicht googeln, die ist geheim. Und selbst wenn du trotzdem irgendwie rausfindest, wo er wohnt, fangen dich die Sicherheitsleute ab, da bin ich sicher.

Nein, er hat mir geschrieben. Vor drei Monaten kam eine E-Mail. Die landete erst mal im Spamfilter, aber ungefähr einmal die Woche schau ich da rein und da war dann die Mail mit dem Absender S Punkt Brueggemann @ irgendwas.“

„Und was stand drin in der Mail?“ Julia wurde immer neugieriger. Vor Aufregung drückte sie jetzt mit ihrer Hand meinen Oberarm und drängelte mich, ihr die ganze Geschichte zu erzählen.

Also, ich muss jetzt ein bisschen ausholen, um das mit Julia zu erklären. Julia ist meine Freundin. Nee, das klingt jetzt ganz falsch. Sie ist nicht meine Freundin im Sinne von Partnerin, mit der ich ins Bett gehe. Sie ist aber auch nicht nur irgendeine Freundin. Obwohl es immer heißt, heterosexuelle Frauen und Männer könnten nicht wirklich miteinander befreundet sein, einfach so, ohne sexuelles Begehren. Das ist trotzdem so bei Julia und mir. Wir treffen uns ungefähr einmal die Woche, sind sehr vertraut miteinander, ohne dass es jemals zu Sex gekommen ist. Sex zwischen Julia und mir stand die ganze Zeit überhaupt nicht zur Debatte. Nicht mal geküsst haben wir uns jemals. Aber wir mögen uns einfach — so ähnlich wie Geschwister. Und wir erzählen uns alles. Es ist total schön, mit einer Frau über intime Dinge zu reden. Zum Beispiel auch über sexuelle Erlebnisse und Wünsche zu reden, ohne Sex mit ihr zu haben oder das zu wollen. Und Julia empfindet das offenbar genauso, erzählt mir alles über ihre Erlebnisse mit Männern, ihre One Night Stands oder auch längeren Beziehungen.

Wir kennen uns aus dem Informatikstudium. Wir haben gleichzeitig unseren Abschluss gemacht und sind jetzt Berufsanfänger in verschiedenen Firmen der Branche in Hamburg. Wir schreiben Programme für Maschinen, Julia für einen Zulieferer der Autoindustrie, ich für Papierfabriken. Das sind nicht so die spannendsten Jobs, aber wir werden gut bezahlt und unsere Kollegen sind fast alle in unserem Alter. Julia und ich haben jedenfalls auch nach dem Studium unsere Treffen beibehalten. Mal gehen wir ins Kino, mal in ein Konzert. Und vorher oder nachher gehen wir in ein Lokal.

Jetzt war es Dienstagabend und wir saßen im Café Anima. Wir mögen dieses Café gern. Die Tische stehen in Nischen und so kann man gut miteinander reden, ohne dass andere Gäste mithören können. Sie spielen hier angenehme, nicht zu laute Musik und haben eine gute Speisekarte. Und hier erzählte ich Julia, wie es zum Wiedersehen mit Stefan gekommen ist.

„Also in der Mail fragte er erstmal, ob ich der Jan aus dem Bremer Gymnasium sei. Wenn du auf Google suchst, findest du ja einige mit meinem Namen. Noch krasser ist es übrigens bei ihm: Suchst du seinen Namen, kommt er überhaupt nicht im Suchergebnis, sondern nur ein paar andere mit seinem Namen. Auch sein Bild gibt es nirgends im Netz. Stell dir vor, er bezahlt Leute dafür, dass sie das Google-Profil kontrollieren und sofort reagieren, wenn er irgendwo identifizierbar erwähnt wird. Er sagt, es ist einfach ziemlich wichtig für seine Sicherheit, dass niemand herausfinden kann, wo er wohnt, wo er sich in seiner Freizeit aufhält, wo er einkaufen geht, wen er kennt, was er für Hobbies hat etc. Einen Account bei Facebook oder Insta kann er sich in seiner Situation sowieso nicht leisten. Im Wesentlichen geht es darum, so Promimeldungen und -fotos wie in der Zahnarztzeitschrift, aus dem Internet rauszukriegen.“

„Und wie machen die das?“ fragte Julia.

„Ihm gehört zwar nicht Google, aber er hat mit seinem Geld so viel Einfluss, dass seine Leute nur zu fragen brauchen, dann werden die Suchergebnisse verändert oder sein Name wird anonymisiert, sein Bild rausgenommen. Kostet ihn natürlich `ne Stange Geld. Aber davon hat er ja genug.“

„Ja, hab´ ich verstanden. Was stand denn nun drin in der E-Mail?“

„Als ich bestätigt habe, dass ich es bin, hat er mich in der nächsten Mail gefragt, ob ich ihn mal besuchen kommen wolle. Über alte Zeiten reden und so. Er ging offenbar davon aus, dass ich wüsste, weshalb er so Hals über Kopf aus Bremen weg ist, damals. Obwohl ich das ja nur zufällig durch die Zahnarztzeitschrift wusste. Er hat sich jedenfalls in seiner E-Mail nicht mit irgendwelchen Erklärungen aufgehalten, sondern mich gebeten, über unseren Kontakt vorerst zu schweigen und mich gefragt, ob ich zu einer bestimmten Zeit in ein Café am Hafen kommen würde. Ich hab´ mir ab Freitagmittag frei genommen und bin in das Café gegangen. Aber nicht er kam, sondern ein Typ im Anzug, der mich bat, ihm zu folgen. Wir stiegen in einen schwarzen BMW mit getönten Scheiben und fuhren eine Dreiviertelstunde raus aus der Stadt in eine Gegend, die ich nicht kenne. Wie in einem Spionagethriller war das. Ich dachte sogar zwischendurch, Stefan sei vielleicht so `ne Art James Bond und das Foto in Monaco möglicherweise nur Tarnung. Aber der Typ, der mich mitgenommen hat, war wirklich nur einer seiner Bodyguards und Fahrer, der mich dann zu einer ziemlich noblen Villa gebracht hat mit Riesengrundstück und schmiedeeisernem Zaun drum rum, Stefans Villa. Sorry, ich darf Dir nicht sagen, wo das ist.“

„Darfst du mir denn überhaupt was erzählen?“, fragte Julia.

„Ja klar, ich habe Stefan gefragt. Er war einverstanden, dass ich Menschen, denen ich vertraue, von dem Wochenende erzähle. Eben nur nicht, wo seine Villa ist. Besser gesagt, diese Villa. Er hat mehrere Häuser und Wohnungen auf der Welt verteilt.“

„Er ist also wirklich ziemlich reich.“

„Ja, das ist er. Also, das war Freitagnachmittag. Wir haben erstmal im Wohnzimmer gesessen und was getrunken und dann uns von den letzten zehn Jahren erzählt. Ich war total gespannt, was mit ihm passiert ist, aber er war offenbar noch viel gespannter, was ich gemacht habe und ließ sich von mir praktisch mein ganzes Leben der letzten zehn Jahre erzählen. Ich bekam mehr und mehr das Gefühl, dass er ein normales Leben vermisst. Er stellte sich wohl vor, dass aus ihm, hätte er nicht diese Erbschaft gemacht, ungefähr dasselbe geworden wäre wie aus mir. So als hätte ich sein normales Leben weitergeführt. Wir hatten ja dieselben Interessen in der Schule und wir hatten auch ähnliche Noten. Kann sogar sein, dass wir zusammen studiert hätten. Er wollte das alles haarklein wissen. Und ich erzählte ihm alles ganz genau. Allerdings nichts über Beziehungen mit Frauen, keine Berichte über Sex und über das erste Mal oder so — das Thema Sex kam gar nicht auf.“

„Warum betonst du das jetzt extra?“

„Weil das bei uns früher ein Riesenthema war, bevor er verschwand. Mit welchem Mädchen wir rumgemacht haben, ob und wann und mit wem wir endlich Sex haben würden. Und außerdem betone ich es, weil es dann später an dem Wochenende doch ein Thema wurde.“

„Aah, stimmt ja. Sex mit seiner Freundin in der Dusche.“ Julia grinste spöttisch.

„Hey, ich kann auch aufhören mit dem Erzählen. Wir können über was anderes reden. Zum Beispiel über dein verkorkstes Wochenende mit Thomas.“

Ich wusste schon, auf welche Knöpfe ich bei Julia drücken musste, um sie von ihrer spöttischen Haltung runterzukochen. Wir kannten uns einfach schon sehr lange.

„Nein, nein, bloß nicht. Erzähl einfach weiter. Es war Freitagabend. Wann bist du nach Hause?“

„Wir hatten uns ziemlich viel zu erzählen und waren gleich wieder auf Augenhöhe, so dass Stefan fragte, ob ich am Samstag wiederkommen wollte. Und als ich bejahte, meinte er, dann könne ich auch gleich dableiben, es gebe genug Zimmer in der Villa. Ich hatte zwar nichts dabei, nicht mal eine Zahnbürste. Aber das war kein Problem, er hatte selbstverständlich Zeug für Überraschungsgäste da. Sogar frische Unterwäsche in mehreren Größen lag in einem Schrank. Da waren noch die Etiketten aus dem Laden dran. Natürlich nicht vom Kaufhof. Mist, ich schweife ab, wo war ich?“

„Du wolltest mir gerade sagen, was er dir dann von sich erzählt hat.“

„Ja genau. Nachdem ich also so ziemlich alles von mir erzählt habe, hat er mir endlich berichtet, wie das damals war. Er war gerade 16 geworden, als seine Eltern eines Tages informiert wurden, ein entfernter superreicher Verwandter sei gestorben und Stefan sei Alleinerbe des Vermögens. Er hat erstmal gedacht, toll, da kann ich mir die neue Playstation kaufen, aber dann hieß es, das sei ein derart großes Riesenvermögen, dass er schon aus Sicherheitsgründen nicht mehr weiter in unser Gymnasium gehen könne. Vielmehr müsste er mit seinen Eltern mehr oder weniger sofort umziehen, es dürfe auch niemand wissen wohin. Sie zogen dann in die Schweiz, und ab sofort bestimmten die Securities alles weitere. In derselben Zeit gab es mehrere Entführungen von Kindern und Jugendlichen aus der Szene der Superreichen und alle hatten ziemliche Angst vor weiteren Entführungen. Also schottete sich Stefans Familie komplett ab. Er ging in ein Internat, wo nur andere Kinder aus reichen Familien hingingen und wo höchste Sicherheitsbestimmungen galten. Anfangs war er dort der absolute Paradiesvogel, denn aus Sicht der anderen war er ja total ärmlich aufgewachsen, hatte sich ohne Bodyguards in der Innenstadt bewegt, war sogar mit dem Bus oder U-Bahn zur Schule gefahren, hatte total billige Klamotten getragen usw. Er musste sich bis zum Abi in eine völlig andere Welt einleben. Weißt du, Stefan ist ziemlich klug und sehr anpassungsfähig. Ich wette, er hat das auch ein bisschen genossen, dass er den anderen von dem Leben „draußen“ erzählen konnte und er hat sich trotzdem recht schnell in dieser Welt der Superreichen zurechtgefunden. Er hat dann rausgefunden, dass er in diesem Internat sogar mit Abstand der reichste von allen Schülern war. Es gibt ja so Ranglisten der reichsten Menschen der Welt, manche davon sind öffentlich, aber es gibt auch interne Ranglisten. Und da ist er jetzt unter den 50 reichsten Menschen der Welt, wenn man all sein Vermögen, also seine Firmenbeteiligungen und Immobilien zusammenrechnet. So reich, dass er gar nicht so genau weiß, wie reich er ist. Das ändert sich ja jeden Tag um ein paar Millionen, je nach den Börsenkursen und Immobilienpreisen in der ganzen Welt.“

„Und was hat er selbst davon? Die beste Playstation der Welt?“

„Ja, die kann er sich jetzt leisten. Er hat inzwischen weitere Häuser und Wohnungen an den schönsten Orten der Welt angeschafft. Mit Personal, das alles auf dem Stand hält und gegen Eindringlinge sichert. Kostet jeden Tag Riesensummen. Das macht sich aber kaum bemerkbar, wenn man so viel hat wie er.“

„Was ist mit seinen Eltern?“

„Die sind vor drei Jahren gestorben. Bei einem Autounfall. War wohl ziemlich dramatisch. Aber Stefan hatte ja schon länger nicht mehr mit ihnen zusammengelebt und sie auch nicht mehr oft gesehen. Als er mir von dem Unfall erzählt hat, hatte er zwar Tränen in den Augen, aber er ist drüber weg, glaube ich. Obwohl, naja, er ist jetzt eben einsam, auf eine besondere Art. Erzähle ich dir später.“

„Ok, und wie ging es weiter am Freitag?“

„Wir sind am späten Nachmittag noch in den Pool gegangen, im Keller der Villa. Ein Riesenteil, sag ich dir. Eine Sauna und einen Fitnessraum gibt es da auch, die haben wir aber gar nicht genutzt. Später kam dann seine Freundin Anja. Wir drei haben zusammen gekocht und gegessen, die Angestellten hat Stefan weggeschickt. Anja ist total nett, sie sieht klasse aus und wir alle drei haben uns gleich sehr gut unterhalten. Sie stammt auch nicht aus einer reichen Familie, mehr so aus dem Mittelstand wie wir auch. Stefan und sie kamen echt gut miteinander aus, aber sie hat auch mit mir geflirtet, ganz harmlos. Stefan war ja schließlich dabei. Wir haben uns blendend unterhalten und amüsiert. Zusammen haben wir am Abend zwei Flaschen Wein getrunken und ich habe gar nicht gemerkt, wie schnell die Zeit verging. Erst weit nach Mitternacht hat mir Stefan das Gästezimmer gezeigt, in dem ich schlafen sollte. War natürlich ein Riesenzimmer mit großem, Bett, riesigem Fernsehbildschirm, Minibar, Computer, alles wie in einem exklusiven 5-Sterne-Hotel. Am nächsten Morgen habe ich dann erst gesehen, dass es ein Zimmer mit Meerblick ist. Ich hatte bei der Hinfahrt gar nicht darauf geachtet, dass wir so nahe ans Meer gefahren sind. Ooh, das durfte ich jetzt gar nicht sagen. Also vergiss das mit dem Meerblick am besten gleich wieder.“

„Mach ich. Also, irgendwelche Besonderheiten in der Nacht? Aufregender Gruppensex mit maskierten Frauen und Männern bei Kerzenlicht oder so?“ fragte Julia und zwinkerte.

Es war nur witzig gemeint, dennoch stieg mir bei Julias Frage ein bisschen Hitze ins Gesicht. Julia bemerkte aber nichts davon.

„Nein, in der ganzen Nacht nichts dergleichen. Bis zur Dusche am nächsten Morgen. Wie gesagt, ich fand Anja wirklich schon ziemlich anziehend am Abend. Aber damit habe ich echt nicht gerechnet und wollte es auch eigentlich nicht. Ok, in dem Moment, als sie nackt zu mir in die Dusche kam, wollte ich es schon, aber es war völlig ungeplant und ich hätte es niemals darauf angelegt mit ihr anzubändeln. Beim Frühstück war es mir ein bisschen peinlich. Hatte ich meinen ehemals besten und jetzt wiedergefundenen Freund gleich mal kurz nach dem Wiedersehen betrogen? In seinem eigenen Haus, wo ich zu Gast war? Andererseits war es ja Anja gewesen, die mich verführt hatte auf eine Art, bei der ich sozusagen nicht mehr Nein sagen konnte. Schließlich bin ich ja auch nur ein Mann.“

„Ja, du bist ein ganz armer Mann, bedauernswert“, meinte Julia, wieder etwas spöttisch. Sie ergänzte aber ernsthaft: „Also, es war am Frühstückstisch ein bisschen komisch.“

„Ja, aber nur ganz kurz. Stefan guckte Anja und mich auffordernd an, so als wollte er uns fragen, ob es schön war. Er wusste Bescheid und er war offenbar nicht nur einverstanden. Er hatte es sogar initiiert. Es sollte wohl irgendwie Teil des erneuerten Freundschaftspakts zwischen uns sein, dass er seine Anja zu mir in die Dusche schickte. Und später, als Anja fort war, sagte er mir, es sei für ihn auch so was wie eine Liebesbestätigung von Anja.“

„Waas? Er hat von Anja verlangt, es mit dir zu treiben als Liebesbeweis für ihn? Was für eine schräge Nummer ist das denn? Echt, dieser Stefan wird mir ein bisschen unsympathisch. Offenbar hat er sich als Milliardär doch ganz schön verändert.“

„Ja, kann sein. Vielleicht war es aber genau andersherum gemeint und er hatte gehofft, Anja würde ablehnen, sich mir zu nähern. Und das Ganze hat auch wohl damit zu tun, weshalb er wieder Kontakt zu mir aufgenommen hat. Das mit dem Reichtum ist die eine Sache und er hat sich natürlich nicht darüber beklagt. Aber er ist trotz der ganzen Angestellten, trotz Anja, trotz der Möglichkeit, jederzeit zu einer Party irgendwo auf der Welt zu jetten, wohl ziemlich einsam und zweifelt daran, ob die Menschen ihn als Person wirklich mögen oder ob sie eher auf seine Milliarden stehen.“
„Aber wie kommt das? Und warum denkst du, das hat mit seinem Reichtum zu tun?“

„Ich kenn ihn halt schon sehr lange. Und einerseits merke ich, dass er sich kaum verändert hat — im Kern ist es immer noch Stefan. Er ist ziemlich empfindsam, macht sich immer Gedanken darüber, was andere denken, was sie fühlen, ob er ihnen irgendwie helfen kann. Das ist so geblieben. Immer wenn er jetzt irgendwas im Fernsehen sieht, eine Katastrophe irgendwo auf der Welt, dann spendet er sofort ziemlich große Summen. Oder wenn er an Obdachlosen vorbeifährt, verschenkt er Hunderter. Seine Berater sind wohl schon nervös, weil er mit Geld rumschmeißt. Hat mir Anja erzählt. Er würde nicht damit angeben, dass er anderen Geld gibt, wenn sie es brauchen. Er hält es wirklich nicht aus, dass es jemandem schlecht geht, während er im Geld schwimmt. Andererseits haben die Umstände ihn doch ziemlich verändert. Aber eigentlich wollte ich dir noch erzählen, wie es weiterging. Am Samstag haben wir einen Ausflug in seinem Lambo gemacht. War gar nicht seiner, er selbst hat gar kein Auto. Der Wagen war gemietet. Wir sind an einen See gefahren, sind dort spazieren gegangen und haben in einem ganz normalen Landgasthof gegessen. Danach waren wir segeln, aber nicht auf dem See, sondern in einem Flugzeug. Stefan hat nach dem Abi einen Segelflugschein gemacht. Wir saßen hintereinander in seinem Zweisitzer-Flugzeug und es war wirklich total geil, so lautlos durch die Luft zu gleiten. Es waren am Samstag ideale Wetterbedingungen. Ich kenn mich da nicht aus, aber Stefan meinte das.

Seine zwei Bodyguards blieben die ganze Zeit diskret auf Abstand. Die haben in ihrem Porsche SUV erst vor dem Gasthof und dann auf dem Flugfeld gewartet, bis wir wieder landeten und sind dann dem Lambo wieder zu Stefans Villa gefolgt.

Am Abend haben wir wieder mit Anja ein kleines Abendessen zubereitet und einen Film geguckt. Ich bin früh ins Bett gegangen. Aber als ich kurz vorm Einschlafen war, kam Stefan rein und hat gefragt, ob ich noch rüberkommen will in sein Zimmer.“

„Was? Wo war denn Anja?“

„Das ist es ja. Anja war auch da. Sie lag nackt auf dem Bett und lachte. Sie war richtig gut drauf. Kann sein, dass sie was geraucht hat. Stefan hat dann ohne Umschweife gefragt, ob ich Lust auf einen Dreier hätte. Trotz der Sache am Morgen in der Dusche, kam das für mich völlig überraschend. Aber ich war natürlich sofort erregt bei der Vorstellung. Ich hab´ das noch nie gemacht, Sex zu dritt. Du, Julia?“

„Ääh, nein.“ Julia schüttelte den Kopf wurde rot.

„Also, Stefan und ich haben uns ausgezogen. Ich habe Stefan ja noch nie nackt gesehen, er mich auch nicht. Also am Samstag war das schon mal die erste Premiere. Ich würde sagen, Stefan ist sportlicher als ich — er trainiert wohl viel und hat ziemlich breite Schultern. Ich bin ja eher schmal gebaut, er also eher athletisch. Wir haben beide durchschnittlich große Pimmel, würde ich sagen. Seiner ist ein bisschen dicker, meiner vielleicht etwas länger., wenn ich das richtig beobachtet habe. Wir haben uns zu Anja ins Bett gelegt und sie beide gestreichelt. Sie hat uns erst abwechselnd geküsst, richtig mit Zunge und dann hat sie in jede Hand einen von unseren Schwänzen genommen und masturbiert.“

Julia war still geworden und schaute nach unten auf die Tischplatte.

„Soll ich weitererzählen, Julia, oder willst du es lieber nicht so genau wissen?“, fragte ich sie.

„Doch erzähl weiter, unbedingt. Es ist nur …“. Der Satz blieb unvollständig und Julia schaute wieder nach unten.

„Ja, wir waren alle drei unheimlich erregt und wussten gar nicht so genau wohin mit unserer Lust, hatte ich den Eindruck. Stefan hat dann unters Bett gegriffen und hatte plötzlich bunte Tücher in der Hand. Ich habe erst gar nicht gewusst, was das sollte. Aber Anja wusste Bescheid und nickte heftig. Stefan hat ihre Hände und Füße mit den Tüchern an den Bettpfosten befestigt. Er hat da spezielle Knoten verwendet, er wusste genau, was er tat. Anja lag gefesselt auf dem Rücken mit gespreizten Armen und Beinen, ihre nackte Vulva lag offen da und ihre Möse glitzerte feucht. Stefan sagte mir, ich solle mich ans Kopfende hocken und meinen Schwanz an ihren Mund führen, so dass sie mir einen Blowjob geben kann. Er selbst hat sich zwischen ihre Beine gekniet und ist mit seinem Schwanz in sie eingedrungen. Anja wurde also gleichzeitig von mir in den Mund und von ihm in ihre Vagina gefickt. Sie hat das offenbar genossen. Stefan ist ziemlich bald gekommen. Er hat ziemlich laut gestöhnt, ist dann aus ihr rausgeglitten und hat mir mit der Hand gezeigt, ich solle sie nun auch ficken.“

„Du hast das wirklich gemacht? Hattest Sex mit einer gefesselten Frau? Hätte ich nicht von dir gedacht“, sagte Julia. Es klang etwas vorwurfsvoll.

„Aber sie wollte es doch. Ich habe gefragt, ob sie will, dass ich ohne Kondom mit ihr schlafe und sie hat genickt. Sie hat vor Erregung an den Tüchern gezerrt und hat ihren Rücken durchgebogen. Ihre Möse war noch total nass von Stefans Samen und heiß, ich bin ohne Widerstand bis zum Anschlag in sie reingeglitscht. Ich habe sie sehr oft gestoßen, bis ich gekommen bin, fast gleichzeitig mit ihr. Sie hat noch lauter gestöhnt als Stefan, fast geschrien. Es war ein irres Gefühl, die gefesselte und schreiende Anja zu ficken.“

„Ja, sie wollte es offenbar. Aber ich wundere mich ja auch gar nicht über sie, sondern über dich. Mir war nicht klar, dass du auf Gewalt stehst.“

„Findest du, das ist Gewalt?“ fragte ich.

„Ja klar, du hast deine Dominanz gegenüber einer wehrlosen Frau genossen. Auch wenn sie einverstanden war, das sogar wollte — aus deiner Perspektive ist es doch in dem Augenblick einen wehrlosen Körper zu ficken. Das ist jedenfalls die Illusion, eine ausgelebte Vergewaltigungsfantasie, oder nicht?“

„So habe ich das noch gar nicht gesehen, wirklich nicht. Mist, ich hätte es dir doch nicht erzählen sollen. Jetzt denkst du, ich bin ein Vergewaltiger.“

„Nein Quatsch, kein Vergewaltiger. Aber jemand, der Vergewaltigungsfantasien hat und sie gern spielerisch auslebt.“

„Hm ja, ich weiß nicht. Ja, es war ein Spiel mit der Fantasie und es hat sich in dem Moment richtig gut angefühlt. Offenbar auch für Anja. Als wir sie losgebunden haben, hat sie erst Stefan und dann mich ganz fest umarmt und gemeint, das sei das beste gewesen, was sie bisher erlebt hat. Tatsächlich hat sie sich von Stefan schon öfter fesseln lassen beim Sex. Aber offenbar noch nie, wenn ein zweiter Mann dabei war. Ich schätze mal, sie hat auch Fantasien, nämlich gefesselt von mehreren Männern vergewaltigt zu werden. Hast du auch schon mal so etwas fantasiert?“, fragte ich Julia.

Julia schluckte, dann sagte sie zögernd: „Puuh, das ist eine ziemlich intime Frage für eine platonische Freundschaft, meinst du nicht?“

Sie schwieg eine Weile. Ich sagte auch nichts, hielt den Atem an. War ich zu weit gegangen mit meiner Frage? Würde Julia mich jetzt verachten? Für eine Weile befürchtete ich, Julia würde aufstehen und gehen. Eine Pause, in der die Luft knisterte.

Dann endlich fuhr sie fort: „Also, ich vertrau dir jetzt und bin ganz ehrlich. Eben, als du erzählt hast, wie Stefan Anja gefesselt und ihr sie dann beide gefickt habt, ist meine Möse feucht geworden. Ich war, nein ich bin noch immer, total geil. Oje, ich glaub´ nicht, was ich dir da gerade erzähle.“

Julia war rot geworden, griff dann meine Hand, drückte sie fest und drängte: „Kein Wort zu niemanden darüber, versprich mir das. Auch wenn wir uns mal zerstreiten sollten. Bitte verrate mich nicht.“

„Ich schweige wie ein Grab.“, sagte ich beschwichtigend. Und ich meinte es ehrlich. Es wäre mir nie in den Sinn gekommen, mit anderen darüber zu reden, oder etwas zu verraten, was sie mir anvertraut hatte. In diesem Moment war Julia mir so nah wie noch nie zuvor, obwohl wir schon oft intime Gedanken und Einzelheiten aus unserem Leben ausgetauscht hatten. Ich bemerkte langsam, dass es gar nicht mehr um meine Begegnung mit Stefan ging, sondern um Julia und um uns beide.

Plötzlich drehte Julia ihren Kopf zu mir und küsste mich. Ich war davon völlig überrascht und wusste nicht, was mit mir geschah. Sie schob ihre Zunge in meinen Mund und zog gleichzeitig meine Hand zwischen ihre Schenkel. Ich begann sie dort zu streicheln und spürte ihre Hitze durch den Jeansstoff. Als sie den Kuss beendet hatte, flüsterte sie mir ins Ohr: „Ich will mit dir schlafen. Jetzt.“

Zum ersten Mal sah ich Julia so an wie eine Frau, mit der ich Sex haben könnte. Mein steifer Penis drückte gegen meine Hose. Aber ich wusste nicht, ob ich das wirklich wollte. Sollten wir unsere Freundschaft auf diese Art riskieren?

Es fiel mir wieder ein, wie wir uns begegnet waren. Es war in der Uni gewesen vor einem Hörsaal, noch vor dem Ende der großen Coronakrise vor drei Jahren. Am Eingang wurden am Anfang des Semesters unsere Impfzertifikate kontrolliert, zusammen mit den Personalien. Ich stand hinter ihr, mit dem auf dem Boden markierten Abstand und meine Gedanken waren etwas in den Anblick ihres schönen runden Hinterns mit Jeansstoff versunken. Plötzlich hörte ich, dass sie mein Geburtsdatum nannte: „14. April 1998″. Ich horchte auf, war kurz davor „hier“ zu rufen, als ich bemerkte, dass es gar nicht um mich ging, sondern um sie.

„Julia Morgen, richtig?“, fragte die Mitarbeiterin der Uni, die die Kontrolle durchführte.

„Ja, stimmt“, antwortete Julia.

„Ok, alles klar, Sie dürfen reingehen.“

Julia drehte sich um zu mir und ihre Augen über der Maske lächelten mir zu. Eigentlich bin ich zu schüchtern, eine mir völlig unbekannte Frau anzusprechen. Aber ihre Freundlichkeit genügte, um mir Mut zu machen.

„Hey, was für ein Zufall. Offenbar sind wir am selben Tag geboren“, sagte ich.

„Oh, sind wir etwa nach der Geburt getrennte Zwillinge?“ nahm sie den Gedanken auf. „Ich heiße übrigens Julia.“

„Ja, das habe ich schon gehört. So viel zum Datenschutz in Zeiten von Corona“ , sagte ich und nannte ihr meinen Namen. „In welche Vorlesung gehst du?“

Sie wartete dann, bis auch ich kontrolliert worden war und wir endeten im selben Hörsaal, mit zwei freien Plätzen zwischen uns, wie es vorgeschrieben war.

Jetzt, im Café Anima, schoss mir die Erinnerung an unsere erste Begegnung wieder durch den Kopf. Julia schaute mir in die Augen und lächelte: „Ich bezahle und du bestellst uns ein Taxi, ok?“ sagte sie leise, stand auf und ging zur Theke.

Das Taxi kam fünf Minuten später. Julia war in der Zwischenzeit auf der Toilette verschwunden und kam erst gerade zurück an den Tisch, als uns der Wirt sagte, das Taxi warte draußen. Wir griffen nach unseren Jacken und gingen raus.

Ich hatte halb befürchtet, durch die Pause sei der Zauber verflogen und wir beiden seien wieder „nur“ Freunde. Ein bisschen hatte ich es vielleicht auch gehofft. Aber als wir auf dem Bürgersteig standen, umarmte und küsste mich Julia erneut und flüsterte mir ins Ohr: „Wir fahren zu mir, ok?“

Obwohl wir uns schon so lange kannten, war ich noch nie bei Julia zuhause gewesen. Sie hatte mich schon mal besucht, aber ich kannte das Haus, in dem sie wohnte, nur von außen. Ihre Wohnung lag im siebten Stock. Der Eingang zu ihrer Wohnung war direkt gegenüber vom Aufzug, in dem wir uns auf dem langen Weg nach oben geküsst hatten. Julias Mund schmeckte fantastisch, ich konnte gar nicht genug davon bekommen. Merkwürdig, in all den Jahren hatte ich nie das Bedürfnis empfunden sie zu küssen und eben hatte sie den ersten Schritt getan und jetzt konnte ich nicht mehr aufhören. Sie öffnete die Wohnungstür. Schon standen wir in einem ziemlich großzügigen 1-Zimmer Apartment mit einem Panoramafenster, durch das man auf die ganze glitzernde Stadt blickte — bis zum Horizont zogen sich die Lichter entlang der Straßen, und darüber fing der Sternenhimmel an. Julia zog mich zum Fenster.

„Ich hab mir gedacht, dass du die Aussicht magst“, sagte sie. „Vielleicht magst du auch mich. Du brauchst dich gar nicht umzudrehen.“

Sie schaltete eine Leuchte an, die unter dem Fenster installiert war. So war unser Spiegelbild auf dem Fenster vor dem Stadtpanorama zu sehen. Ich sah, wie sie sich langsam von Hose und Strümpfen befreite und dann mit gekreuzten Armen den Pulli über den Kopf zog. Darunter trug sie einen einfachen schwarzen BH, den sie ohne weitere Umstände öffnete. Ich sah zum ersten Mal ihre herrlich festen mittelgroßen Brüste, die von sehr dunklen, kleinen Brustwarzen gekrönt waren. Nur noch mit einer Art Tangaslip bekleidet begann Julia jetzt, mich auszuziehen, zuerst zog sie mir meinen Sweater und das Unterhemd über den Kopf. Während sie mich von hinten umfasste und meinen Gürtel öffnete, presste sie ihre Brüste an meinen Rücken. Nun standen wir beide nur noch im Slip vor dem Fenster und betrachteten unsere gespiegelten Körper vor dem nächtlichen Stadtpanorama, als wäre es eine Filmszene.

Dann fragte ich die Frage, die mir seit dem Café auf den Nägeln brannte: „Was wird mit unserer Freundschaft, wenn wir jetzt miteinander schlafen?“

Julia antwortete: „Ich will seit mindestens zwei Jahren mit dir schlafen. Aber es gab nie den richtigen Zeitpunkt, dich zu fragen. Und dann schienst du so gar nicht interessiert an Sex mit mir und ich habe mich nicht getraut. Ich habe auch begonnen, unsere Freundschaft ohne Sex zu schätzen. Aber über deine Frage, was mit unserer Freundschaft passiert, wenn wir Sex haben, habe ich jetzt fast zwei Jahre lang nachgedacht. Und weißt du was? Wir werden die Antwort nie erfahren, wenn wir es nicht ausprobieren. Wenn uns beiden unsere Freundschaft wichtig ist, hindert uns niemand daran, wie bisher Freunde zu bleiben, egal, wie uns der Sex gefällt. Es wird sich nichts ändern, wenn wir das nicht wollen. Aber, weißt du, ich bin an dem Punkt, dass ich nicht mehr einfach deine Freundin bleiben kann, wenn wir es nicht ausprobieren, wenigstens einmal. Willst du?“

Ich sagte nichts. Julia fuhr mit ihrer rechten Hand in meinen Slip und griff nach meinem Schwanz. Gleichzeitig drehte sie meinen Kopf zu sich und küsste mich wieder.

Ein paar kleine Schritte hinter uns war ihr Bett. Dort landeten wir wenig später, befreiten uns eilig von unseren Slips und fingen dann an, uns überall zu streicheln. Julia hatte ihre Vulva rasiert, aber darüber, wie ein Pfeil, der auf ihre Scham zeigte, hatte sie ein Dreieck mit sehr dunklen und lockigen Schamhaaren stehen lassen. Jetzt legte sie sich auf den Rücken, zog die Beine etwas an und öffnete so den Blick auf ihre Schamlippen und auf den Eingang zu ihrer Vagina.

„Schlaf jetzt mit mir. Bitte, komm! Keine Angst, ich nehm´ die Pille“, drängelte sie.

Ich führte meinen harten Schwanz an den Eingang ihrer Scheide und schob meine Eichel erst einmal langsam auf und ab über ihre Schamlippen. Ungeduldig griff Julia meine Pobacken und zog mich heftig an sich heran. Mein Schwanz glitt ganz einfach in ihre feuchte Vagina und sie ließ einen langen Seufzer hören.

„Endlich!“ rief sie aus. „Das habe ich mir so sehr gewünscht und du fühlst dich so gut an. Besser als ich mir vorgestellt habe. Bitte komm ganz in mich rein, fick mich!“

Ich begann sie zu stoßen. Nach kurzer Zeit war ich kurz vor dem Orgasmus. Ich hielt inne und stütze mich etwas hoch, um es hinauszuzögern, ohne meinen Penis aus ihr herauszuziehen. „Sorry, ich muss kurz eine Pause machen, du bist einfach zu erregend“, sagte ich.

Julia lachte: „Hey, das war ja meine Absicht. Bitte, mach weiter, lass es einfach kommen, ich will das nicht anders.“

Nach ein paar wenigen Stößen spürte ich, wie das Sperma in meinem Penis aufstieg. Dann entlud ich mich in ihre Vagina, während mich ein Kribbeln wie ein langer heißer Strom von den Füßen bis zum Kopf und wieder zurück zu meinem Schwanz durchfuhr. Danach legte ich mich auf sie. Sie drückte mich fest und ließ ihre Hände über meinen Rücken gleiten, während sie ihre Hüften leicht hin und her bewegte, mein schrumpfender Schwanz noch immer in ihrer Vagina. Ich zog ihn raus und rutschte auf dem Bett nach unten, bis ich mit dem Gesicht an ihrer Vulva zu liegen kam. Ihre Schamlippen schmeckten salzig nach ihrem Mösensaft, der sich mit meinem Sperma vermischt hatte. Ich leckte soviel von diesem Saft, wie ich bekommen konnte. Ich küsste ihr kleines Schamhaardreieck und dann saugte und leckte ich ihre Klitoris. Julia begann zu stöhnen und sich zu winden. Sie gab mir mit ihrer Stimme kleine Hinweise, an welchen Stellen ich wie stark lecken sollte. Mit den Händen versuchte ich gleichzeitig, ihre Brüste zu erreichen und ihre Nippel zu stimulieren.

Ihr Höhepunkt kam dann ziemlich plötzlich. Sie presste ihre Schenkel an meine Ohren, bog ihren Rücken durch und schrie einmal kurz und laut auf. Ich ließ mich nicht ablenken und leckte weiter, bis sie noch ein zweites und drittes Mal gekommen war. Schließlich nahm sie mein Gesicht in beide Hände und zog mich nach oben. Wir lagen beide erschöpft nebeneinander und lächelten uns an.

„Das war schön.“, sagte Julia, „denkst du immer noch, es war ein Fehler?“

„Nein, das habe ich noch gar nicht gedacht. Und denke es auch jetzt nicht.“

Julia kniff mich in die Seite und begann meinen Bauch zu kitzeln. Ich griff nach ihren Brüsten. Sie nahm ein Kissen und schlug damit nach mir. Ich hob zur Verteidigung die Arme, entwand ihr das Kissen und schlug zurück. Als Revanche kratzte sie meinen Po und biss leicht in meine rechte Brustwarze.

„Soll ich mich auch dafür rächen?“, fragte ich.

„Ooh ja, bitte beiß mich!“, antwortete sie.

Ich nahm eine Brust und drückte sie nach oben. Dann umschloss ich den Nippel mit meinem Mund und berührte ihn mit den Zähnen.

„Fester“ forderte Julia. Ich biss etwas fester zu. Als Reaktion wand sich Julia erregt hin und her, während ihre Brust weiter in meinem Mund verblieb.

„Das fühlt sich so so gut an“, sagte sie wieder und lachte.

Wir lagen dann ziemlich lange schweigend nebeneinander. Ich weiß nicht, worüber sie nachdachte. Ich jedenfalls dachte an die Jahre unserer Freundschaft und an die wenigen Stunden unserer Liebe. Um neun hatten wir noch im Anima gesessen und ich hatte ihr von Stefan, dem Milliardär erzählt, und von Anja. Das schien jetzt Jahrzehnte entfernt.

Julia war eingeschlafen. Ich deckte sie zu, dann ging ich ins Bad, stellte mich kurz unter die Dusche, putzte mir die Zähne mit einer neuen Bürste, die ich im Schrank fand, und schaute mir vor dem Spiegel stehend lange in die eigenen Augen. Was ist mit uns geschehen? fragte ich mein Spiegelbild. Und wo würde das hinführen? Dann gestand ich mir: Ich war verliebt in Julia. Mehr noch, es war ein ganz neues Gefühl, vielleicht sogar war das Liebe. Freundschaft und Liebe zu Julia, beides erschien mir gleich wertvoll. Ich wollte beides am liebsten einfangen und für immer behalten. Ich wusste, dass das nicht geht. Man lebt in der Gegenwart und alles was man gerade erlebt hat, ist schon vorbei. Nur während man es erlebt, ist es Leben.

Dann ging ich zurück ins Zimmer und legte mich nackt unter die große Decke. Julia schlief sehr fest. Ich legte mich wie ein Löffel um sie.

Irgendwann in der Nacht musste sie wach geworden sein, denn als ich aufwachte, lag sie, fest an mich gekuschelt, auf der anderen Seite des Bettes. Das Fenster zeigte nach Osten, die Sonne weckte uns ziemlich früh, indem sie uns direkt ins Gesicht strahlte.

„Guten Morgen, Julia Morgen“, sagte ich.

„Du glaubst hoffentlich nicht, du wärest der erste, der dieses Wortspiel macht“, lachte Julia, nachdem sie sich den Schlaf aus den Augen gerieben hatte.

„Wie geht es dir heute?“, fragte sie dann.

„Hervorragend“, sagte ich. „Zum Pferdestehlen und Bäume ausreißen, wenn du mich fragst.“

„Pferde und Bäume sind eher nicht so mein Ding heute früh“ sagte sie. „Aber könntest du dir vorstellen, mit mir zu schlafen? So richtig mit deinem Schwanz in meiner Möse?“

„Ok, ich ahne, was du meinst. Du sprichst von Sex vor dem Frühstück? Nichts lieber als das“, antwortete ich und begann ihre Möse zu streicheln und mit meinem Zeigefinger ein kleines Stück in ihre Vagina einzudringen.



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