Kann Frau eine Frau lieben?



ch blicke auf eine heruntergekommene Lagerhalle in einem Industrieviertel etwas außerhalb der Stadt. Die gelbe Farbe am Gebäude ist zum größten Teil vom Regen abgewaschen worden. Sie ist kaum noch zu erkennen. Die Fassade des zweistöckigen Gebäudes könnte unpersönlicher nicht sein. Die Fläche wird im oberen Bereich nur von kleinen vergitterten Fenstern unterbrochen. Alles sieht irgendwie schmuddelig und verwahrlost aus.

Ich gehe auf eine bereits in die Jahre gekommene Metalltür zu. Sie könnte in jeden beliebigen Heizungskeller führen, passt aber absolut nicht zu einem seriösen Betrieb. Nur das Schild mit der Aufschrift „Adult Entertainment“ gibt mir die Sicherheit, dass ich hier richtig bin. Neben der Metalltür befindet sich ein großes Tor, durch das ein LKW passen würde. Vermutlich ist dieses für Anlieferungen gedacht. Keine Ahnung, was für ein Unternehmen, wie das zu dem ich will, angeliefert werden müsste.

Es ist heiß und ich trage ein luftiges Sommerkleid. Die Hitze treibt mir trotzdem den Schweiß aus den Poren. Ein wenig ist es vermutlich auch die Aufregung. Was ich gerade dabei bin zu machen, ist für mich echt nicht einfach. Dieser Schritt kostet mich unglaublich viel Überwindung. Aber ich weiß einfach keinen anderen Ausweg mehr.

Mit einem flauen Gefühl in der Magengrube drücke ich auf die Klingel und wenig später vernehme ich das typische Summen. Ich drücke gegen die Tür, sie lässt sich öffnet und ich trete ein. Ich schaue mich kurz um. Am liebsten würde ich auf dem Absatz kehrt machen. Es ist hier drinnen stickig, schwül und es riecht unangenehm nach Schweiß und Sex. Aus der Ferne höre ich ein unterdrücktes Stöhnen. Ich erschrecke, als plötzlich eine Nackte an mir vorbeihuscht. Sie verschwindet wenig später auch schon wieder durch eine Tür. Hätte ich sie nicht mit eigenen Augen gesehen, würde ich es nicht für möglich halten.

Noch immer von den neuen Eindrücken überwältigt, stolpere ich einige Schritte weiter. Ich kämpfe gegen meinen inneren Drang, auf der Stelle umzudrehen und wieder zu verschwinden. Aber ich kann nicht. Ich brauche dringend Geld und sehe keinen anderen Ausweg.

Plötzlich wird mit einem lauten Geräusch eine Tür aufgerissen und ein Mann tritt in den düsteren Gang. Er mustert mich ganz offen. Ein zufriedenes Lächeln spielt um seine Mundwinkel und sein verschlagener Blick wird zunehmend lüsterner. Ich schätze den Mann auf Mitte Dreißig. Er hat einen beachtlichen Bauch und sieht schmierig aus. Unter normalen Umständen würde ich mich mit so jemand ganz sicher nicht einlassen. Er hat etwas Verschlagenes an sich. Ich misstraue ihm auf Anhieb.

„Hallo, willkommen bei uns. Sie müssen Amy Simmel sein.“

„Ja, die bin ich. Und Sie?“

„Ich bin Max Werler, der Produzent des neuen Films“, stellt er sich vor. „Kommen sie doch mit in mein Büro.“

Ich gehe zögerlich auf ihn zu und trete auf eine übertrieben einladende Handbewegung von ihm hin in den Raum, aus dem er gerade gekommen ist. Immer noch liegt sein Blick lüstern auf meinem Körper.

„Nimm Platz. Wir sprechen uns hier alle mit Du an. Schließlich werden wir sehr eng zusammenarbeiten.“

Ein schmutziges Lachen dringt aus seiner Kehle und jagt mir einen kalten Schauer über den Rücken. Ich habe ein ausgesprochen ungutes Gefühl in der Magengegend. Trotzdem nehme ich auf dem Stuhl Platz, auf den er zeigt. Züchtig schlage ich die Beine übereinander, während er um den Schreibtisch herumgeht und sich in den bequemen Bürostuhl plumpsen lässt.

„Du willst also in meinem neuen Film mitspielen?“

„Wenn die Bedingungen passen“, antworte ich.

„Zuerst möchte ich sehen, was du zu bieten hast. Zieh dich aus?“

Ich schaue ihn etwas überrascht an. Ich hatte erwartet, wir reden erst einmal über die Details der Arbeit. Dass ich mich gleich zu Beginn des Gesprächs ausziehen muss, hatte ich so nicht erwartet.

„Mensch Mädchen, der Film, bei dem du mitspielen willst, soll ein harter Porno werden. Da wirst du vor der Kamera gefickt und ein Dutzend Mitarbeiter schaut dabei zu. Einige müssen sogar ganz genau hinschauen, ob ja alles passt. Am Ende der Dreharbeiten werden sie deinen Körper besser kennen als du selbst. Da ist es doch lächerlich, wenn du dich jetzt zieren willst, dich vor mir auszuziehen?“

Sein Argument klingt zwar logisch, trotzdem kostet es mich fast übermenschliche Überwindung, mich ausgerechnet vor ihm nackig zu machen. Erneut überlege ich einen Moment, ob ich nicht doch das Weite suchen sollte. Doch in meiner Situation bleibt mir nur die Arbeit hier oder in einem Puff. Wenn ich daran denke, dass dort unzählige Männer mit mir Sex haben wollen und ich keinen Einfluss darauf habe, ob ich das will oder nicht, dann bevorzuge ich dann doch das Vögeln vor der Kamera.

Ich stehe auf und lege meine Handtasche auf den Stuhl. Mir ist die Sache unglaublich peinlich. Was mich allerdings besonders stört ist, dass der Mann, vor dem ich mich gleich präsentieren werde, wie Gott mich schuf, mir so unglaublich unsympathisch ist.

„Mach einen Schritt zurück, meine Süße. Dann kann ich dich besser sehen.“

Ich möchte ihm am liebsten sagen, dass ich nicht seine Süße bin. Ich schlucke meinen Protest aber hinunter und mache den geforderten Schritt zurück. Von ihm hängt im Moment ab, ob ich den Job hier bekomme und das will ich mir nicht verscherzen. Ich will die Sache nur noch so schnell wie möglich hinter mich bringen. Deshalb will ich ein wenig unspektakulär die Träger meines Kleides von den Schultern schieben, werde daran jedoch sofort gehindert.

„Stopp! Nicht so lieblos!“, bremst Max mich aus.

„Wie denn dann?“, frage ich überrascht.

„Mann, Mädchen, wir wollen einen Porno drehen. Da genügt es nicht einfach nur zu ficken. Das muss auch gut aussehen. Schwing also die Hüften, beweg dich sexy und mach mich geil damit. Wenn du es richtig machst, habe ich am Ende ein unbändiges Bedürfnis, dich auf den Schreibtisch zu werfen und gnadenlos durchzuvögeln. Was glaubst du wollen die Typen sehen, die den Film anschauen?“

„Gut, dann etwas sexy“, antworte ich genervt.

Ich muss bei seiner Ansage schlucken. Die Vorstellung, dass es ihn so erregt, dass er mich gleich hier auf dem Schreibtisch nimmt, jagt mir Angst ein. Ich will mir diesen Mann erst gar nicht nackt vorstellen und mit ihm schlafen will ich schon gar nicht. Trotzdem beginne ich mit den Hüften zu wackeln so gut ich das eben kann und greife erneut zu den Trägern des Kleides.

„Nicht von oben, nimm das Kleid am Saum, zieh es langsam nach oben und dann über den Kopf. Aber ja nicht zu hastig. Du musst mir langsam immer mehr von deinem heißen Körper zeigen. Ich muss darauf warten und meine Fantasie spielen lassen.“

Der Typ nervt gewaltig. Es reicht ihm nicht, dass ich mich vor ihm ausziehe, ich muss das auch noch so sexy wie möglich machen. Aber was solls? Er entscheidet und macht damit die Ansagen. Also lasse ich die Träger des Kleides los, lass meine Hüften noch etwas aufreizender kreisen und fasse an den Saum des Kleides.

„Dreh dich. Sei nicht so steif!“, gibt er weitere Anweisungen. „Mach etwas langsamer mit dem Ausziehen. Du musst die Fantasie der Zuschauer ansprechen. Die stellen sich deinen Körper schon vor, noch bevor sie ihn wirklich sehen. Das macht sie geil. Der Schwanz muss ihnen schon stehen, bevor sie überhaupt etwas von dir zu sehen bekommen.“

Es ist erniedrigend, wie er über mich spricht und was er mich machen lässt. Aber ich mache genau das, was er verlangt. Ich schwinge die Hüften noch etwas aufreizender, drehe mich zwischendurch langsam um meine eigene Achse und ziehe dabei das Kleid immer weiter nach oben. Als ich den Saum etwa auf Höhe meines Halses habe, sind mein Becken und mein Po vollständig entblößt. Ich trage darunter nur einen knappen Tanga. Von Max kommt ein anerkennendes Pfeifen und ich weiß nicht, ob ich mich darüber freuen oder ärgern soll.

Ich versuche ihn so gut es geht zu ignorieren und mache einfach weiter. Ich ziehe das Kleid noch höher. Nun versperrt mir der Stoff die Sicht. Ich mache aber trotzdem weiter, wiege mein Becken und versuche mich einigermaßen lasziv zu bewegen. Ich mache weiter und lege mit der Zeit auch meine Brüste frei. Plötzlich spüre ich, wie sich zwei Hände auf meinen BH legen und ungeniert zusammendrücken. Ich erschrecke und ziehe das Kleid den restlichen Teil ruckartig über den Kopf.

„Nicht erschrecken!“, meint Max beruhigend. „Lass die Hände oben!“

Ich tue, wie mir befohlen. Max muss um seinen Schreibtisch herumgegangen sein und steht nun hinter mir. Seine Hände liegen auf meinen Brüsten und massieren sie ruppig. Feinfühliger Mensch scheint er keiner zu sein.

„Zieh diesen verdammten BH aus“, schnauzt er mich an.

Als hätte ich einen Fehler gemacht, zucke ich zusammen, als er mich so unfreundlich anmotzt. Ich ziehe das Kleid ganz aus und öffne dann hastig den Verschluss. Max erledigt den Rest und zieht mir den letzten Schutz von den Brüsten.

„So etwas brauchst du bei uns nie mehr anzuziehen. Was soll das?“

Max klingt verärgert, beruhigt sich jedoch einigermaßen, als er wieder mit meinen Hügelchen spielen kann.

„Geile Titten! Das muss ich ehrlich zugeben.“

Max steht noch immer hinter mir. Eine seiner Hände lässt nun die Brust los, die er bisher damit gehalten hat, und greift nach unten. Ohne lange zu fragen schiebt er sie hinter mein Höschen und rutscht damit ganz nach unten zwischen meine Beine. Automatisch drücke ich meine Beine zusammen. Doch er lässt sich nicht aufhalten. Er zwängt sich mit der Hand durch, legt sie auf meine Scham und den Mittelfinger schiebt er zwischen die Schamlippen. Ich fühle mich so unglaublich benutzt und schmutzig. Aber was habe ich mir denn vorgestellt, ich dumme Pute. Natürlich werde ich angefasst. Ich werde sogar gefickt werden, wenn ich beim Film mitmachen darf.

„Spreiz doch deine verdammten Beine. Was soll das? Wir sind hier nicht in einem Nonnenkloster. Am Set hast du grundsätzlich die Beine gespreizt zu halten, damit die Kamera jederzeit deine Fotze zeigen kann.“

Max wird immer ungehaltener. Mein unprofessionelles Verhalten stört ihn. Ich spreizte schnell, wie befohlen, meine Beine und er langte im selben Moment ordentlich zu. Seine gesamte Handfläche liegt auf meinem Schambereich. Zuerst ein Finger und später auch ein zweiter stecken in meinem Loch und bearbeiten mich heftig.

Plötzlich lässt er von mir ab, zieht mein Höschen mit einem Ruck nach unten und betrachtet mich eingehend von allen Seiten.

„Du bist hübsch. Verdammt hübsch sogar!“

„Danke!“, bringe ich gerade so hervor.

Ich fühle mich ausgesprochen unwohl. Schließlich stehe ich nackt vor einem mir unbekannten Mann und muss mich von ihm eingehend betrachten und begrapschen lassen.

„Am liebsten würde ich dich probeficken“, meint er nachdenklich. „Doch an diesem Punkt werde ich die Entscheidung dem Boss überlassen müssen.“

„Was soll das jetzt heißen?“, erkundige ich mich.

Ich bin schockiert und verunsichert. Als ich hierhergekommen bin, war mir nicht bewusst, dass ich so weit gehen müsste. Doch offenbar scheint das in dieser Branche üblich zu sein. Max jedenfalls sagt das, als wäre es das Normalste der Welt. Vor allem aber seine Aussage, er würde diese Entscheidung seinem Boss überlassen, verstehe ich schon überhaupt nicht.

Max nimmt seine Finger von und aus meinem Körper, gibt mir ein Zeichen, dass ich mich auf den Stuhl setzen soll und geht wieder hinter den Schreibtisch. Erneut bin ich ein wenig unsicher, da ich mich mit meinem nackten Hintern nicht auf den Stuhl setzen will. Deshalb ziehe ich mein Kleid heran, lege es unter und setze mich drauf. Auch wenn es Falten ohne Ende bekommen wird, ist mir das egal. Mit nackter Muschi auf diesen schmuddeligen Stuhl setzte ich mich garantiert nicht.

Mein Gegenüber beobachtet mich mit einem Schmunzeln. Was er sich dabei denkt, kann ich nur erahnen. Er scheint belustigt zu sein.

„Spreiz die Beine, ich will deine Fotze sehen“, brummt er. „An das wirst du dich gewöhnen müssen. Je schneller du die Schenkel automatisch spreizt, umso besser.“

„Okay“, antworte ich kleinlaut.

So habe ich mir das alles wirklich nicht vorgestellt. Ich werde nur noch auf meine Brüste und meine Muschi reduziert. Langsam frage ich mich, ob das wirklich eine so gute Idee war, hierher zu kommen. Ich entschließe mich dazu, mir anhören, was Max mir noch zu sagen hat und werde dann entscheiden, ob ich das weiterhin mitmache. Viel Lust dazu habe ich ehrlich gesagt nicht mehr.

„Es gibt zwei Möglichkeiten für dich“, beginnt Max. Ich werde hellhörig. „Ich kann dich als Schauspielerin von Film zu Film einsetzen. Dann bekommst du pro Szene 300 Euro. Für einen Arschfick oder Gangbang bekommst du jeweils einen Fünfziger mehr.“

„Wie lange ist so eine Szene?“, frage ich schüchtern nach.

„In der Regel acht bis fünfzehn Minuten.“

„Für eine Viertelstunde bekomme ich 300 Euro?“

„Das ist eine Viertelstunde im Film.“

„Das heißt?“

„Normalerweise wird für eine Szene einen halben Tag bis einen Tag gedreht. Hängt auch ein wenig davon ab, wie erfahren die Schauspieler sind. Bei Neulingen muss man immer wieder von vorne beginnen.“

„Einen Tag für eine Szene?“

Ich bin schockiert. Das ist eine verdammt lange Zeit, wenn man sie mit vögeln verbringen muss. Natürlich klingen 300 bis 400 Euro für einen Tag erstmal viel. Wenn man bedenkt, was ich dafür aber tun muss und wie oft im Monat ich drehen kann, dann sieht das nicht gerade nach viel aus.

„Und die zweite Möglichkeit?“, frage ich nach.

„Du wirst von der Produktionsfirma unter Vertrag genommen. Du darfst dann nur noch exklusiv für uns drehen, musst dann aber wirklich alles mitmachen, auf Events und Erotikmessen gehen und auch bei privaten Partys der Sponsoren und Geschäftspartner dabei sein und dich um die Gäste kümmern. Dann können dabei gut und gerne 3000 Euro im Monat herausschauen. Wenn du einmal ein Star bist, kann das sogar bis zu 10.000 Euro und mehr im Monat ausmachen.“

„Und wer entscheidet das?“

„Tom, mein Boss. Ihm gehört der Laden hier.“

„Ok“, sage ich nachdenklich. „Wenn ich mich für die erste Variante entscheide, dann sagst du mir ob und bei welchem Film ich eingesetzt werde. Ich muss aber keine Extraleistungen bringen.“

„Naja, so ab und an will ich dich schon auch rannehmen“, grinst er schmutzig. „Eine Hand wäscht schließlich die andere. Du hast ja keine Ahnung, wie viele Mädchen darauf warten, dass ich sie im nächsten Film wieder arbeiten lasse.“

„Bei Variante zwei bietet mir dieser Tom einen Vertrag an und der sieht vor, dass ich auch als Nutte seinen Freunden zu Willen sein muss.“

„Als Nutte – du verwendest aber auch harte Begriffe. Du sollst etwas nett zu bestimmten Herren sein, die deine Filme gesehen haben und dich näher kennenlernen möchten.“

„Du kannst es umschreiben, wie du willst, aber es bleibt in etwa das Gleiche.“

„Lass uns nicht streiten. Für welche Variante würdest du dich entscheiden.“

Sein Blick ist lauernd. Er will mich für sich haben, das sehe ich ihm deutlich an. Deshalb nehme ich an, dass er hofft, ich würde mich für Variante eins entscheiden. Die aber kommt für mich überhaupt nicht in Frage. Mit ihm schlafen zu müssen, ist absolut keine Option. Da würde ich mich vor mir selbst ekeln. Aber auch die andere Möglichkeit sieht wenig verlockend aus. Da kann ich gleich im Puff arbeiten.

„Ich denke, ich ziehe mich an und gehe.“

„Wie?“, erkundigt er sich schockiert. Mit dieser Antwort hat er offenbar nicht gerechnet.

„Ich glaube, wir kommen überhaupt nicht ins Geschäft.“

„Warum nicht Variante eins zum Anfangen?“

„Das ist mir zu unsicher und außerdem bringt es zu wenig Geld ein. Ich habe keine Lust, mich ficken zu lassen, um an Aufträge zu kommen.“

„Und Variante zwei? Die bringt einen Batzen Geld ein.“

„Ich gehöre dann aber diesem Tom und würde mir vorkommen, wie eine Hure.“

„Aber nicht doch“, beschwichtigt er. „Rede doch erstmal mit Tom.“

„Ich glaube das hat wenig Sinn.“

„Ich hingegen denke, dass das schon Sinn macht. Rede doch mit Tom. Nein sagen kannst du dann immer noch.“

Max blickt mich beinahe verzweifelt an. Ich habe den Eindruck, als wollte er mich um jeden Preis haben. Dass ich für Variante eins auf keinen Fall zu haben bin, das kann er sich nach dem, was ich ihm gesagt habe, denken. Deshalb versucht er mich zu überreden, mich zumindest mit Tom zu treffen. Vermutlich geht er davon aus, dass dieser mich überreden kann.

„Na gut, dann rede ich eben mit Tom“, entscheide ich. „Mach dir aber keine großen Hoffnungen.“

Bei diesen Worten nehme ich die Beine zusammen und stehe auf. Ich nehme meine Unterwäsche und das Kleid und ziehe mich an.

Kapitel 2

Max hat darauf bestanden, mich abzuholen. Natürlich habe ich ihm nicht meine richtige Adresse genannt. Wir haben uns in der Stadt verabredet. Zunächst wollte ich mit meinem Wagen zu diesem Tom fragen, aber Max hat darauf bestanden, dass er mich hinbringt. Dies sei der einzig mögliche Weg, hat er gemeint. Ein wenig komisch kommt mir die Sache zwar schon vor, aber am Ende habe ich mich dann doch überreden lassen. Ich hege die Befürchtung, dass er vermeiden will, dass ich abhauen kann, wann immer ich will. So bin ich auf ihn angewiesen.

Er fährt mit seinem BMW auf eine Einfahrt zu. Sie ist eher unscheinbar. Doch als wir das schmiedeeiserne Tor passiert haben und sich vor und eine schöne Wiese erstreckt, durch die sich ein Kiesweg schlängelt, bleibt mir zunächst die Spucke weg. Dieses Grundstück muss eine Menge Geld wert sein. Ein solches Grundstück in Stadtnähe gibt es vermutlich kein zweites Mal.

Als wir das Haus erreichen, stelle ich fest, dass es ein moderner, zweistöckiger Bau aus Stahl und Glas ist. Angebaut ist eine Garage, in der vermutlich acht bis zehn Autos Platz finden. Das Gebäude entspricht genau meinem Geschmack. Wer hier wohnt, hat definitiv Kohle.

„Da sind wir!“, meint Max.

Er parkt sein Auto direkt vor dem Eingang. Es ist 14 Uhr und alles scheint ruhig zu sein. Ich habe mich schon gewundert, dass der vielbeschäftigte Tom so schnell einen Termin frei hat. Mein Gespräch mit Max ist schließlich gerade mal zwei Tage her. Während ich immer noch meinen Blick ein wenig verträumt über das Haus und das Grundstück schweifen lasse, geht Max auf den Eingang zu und klingelt.

Es dauert nicht lange und eine junge Frau öffnet die Tür. Sie ist zwei oder drei Jahre älter als ich. Sie sieht umwerfend aus. Ich schaue sie vermutlich etwas zu lange und zu intensiv an. Sie ist etwa 1,70 Meter groß, schlank und perfekt gebaut. Sie hat einen unglaublich süßen Hintern, zumindest soweit ich ihn in den engen Hotpants erahnen kann, die sie im Moment trägt. Sie hat einen lässigen Stil, der nach jungem Mädchen und Freizeit schreit.

Ihre braunen Haare, die ihr bis in die Mitte des Rückens reichen, hängen in leichten Wellen herab. Sie haben einen unglaublich schönen Glanz, sind kräftig und ich wette, jede Frau beneidet sie um diese Haare. Der Hammer sind allerdings ihre Augen. Sie sind schwarz-braun. Ich habe noch nie so dunkle Augen gesehen. In ihnen könnte ich mich verlieren und bin auch kurz davor.

Max räuspert sich und zerstört damit den Moment. Ich schrecke aus meiner Starre hoch und bemerke, wie ich rot anlaufe. Aber auch die Frau mir gegenüber scheint von Max aus einer Trance gerissen worden zu sein. Auch sie zuckt leicht zusammen und schaut ertappt zu Max. Sie fängt sich allerdings gleich wieder.

„Hallo“, sagt sie. „Ich bin Alex. Wer bist du?“

Dabei reicht sie mir die Hand. Sie scheint Max zwar zu sehen, aber ignoriert ihn völlig. Er interessiert sie nicht die Bohne. Max schaut etwas verdutzt zu mir und dann zu Alex. Ich dagegen nehme die mir dargebotene Hand und schüttle sie sanft.

„Hallo, ich bin Amy.“

„Freut mich, Amy.“

Wir schauen uns beide einfach nur in die Augen. Dieses Schwarz-braun zieht mich magisch an und ich verliere mich in den tiefen ihrer Seele. Alex ist mir auf Anhieb sympathisch. Sie strahlt eine unglaubliche Wärme und Vertrauen aus. So etwas habe ich noch nie erlebt.

„Wir müssen zu Tom“, unterbricht Max und zerstört damit erneut den Moment.

Alex strafft augenblicklich ihren Körper und schaut Max ernst an. Sie hat ihren Blick und ihre Körperhaltung komplett verändert. Aus einem kleinen, schüchtern wirkendem Mädchen wurde im Handumdrehen eine selbstbewusste und resolute Frau.

„Du kannst gehen.“

Max, der gemeint ist, schaut verdutzt drein. Damit hat er offensichtlich nicht gerechnet. Er will etwas sagen, doch Alex kommt ihm zuvor.

„Ich habe gesagt, du kannst gehen. Also verschwinde!“

„Entschuldigung. Ich bin schon weg.“

Mit diesen Worten dreht er sich auf dem Absatz um und eilt in Richtung Wagen. Er wirft mir und Alex noch einen unsicheren Blick zu und steigt ein. Wir beide schauen ihm hinterher und als ich Alex wieder anschaue lächelt sie mich an.

„Du bist also da, um für Tom die Schlampe zu machen?“

„Ähm, wie bitte?“

„Du willst die schmutzigen Spielchen mitmachen und dich zur Nutte machen lassen?“

Diese Frage überrascht mich. Sie sagt es auch auf eine sehr aggressiv wirkende Art. In ihrer Stimme liegt Missbilligung. Erneut komme ich mir wie ein ertapptes Mädchen vor, dem man eine Standpauke hält.

„Ich brauche einen Job, bei dem ich gut verdiene“, verteidige ich mich.

„Dabei ist dir egal, dass du deinen Körper verkaufst und das aufs übelste?“

Es ist keine Frage, es ist ein Vorwurf. Dabei verstehe ich nicht, was sie damit bezweckt. Es ist doch ihr Bruder, der mir einen Vertrag anbieten möchte.

„Ich brauche Geld“, verteidige ich mich erneut.

„Komm mit!“

Sie scheint genervt zu sein und ich habe keine Ahnung warum. Ich habe überhaupt nichts gesagt oder getan, was diese Reaktion rechtfertigen würde. Die Situation kommt mir völlig irrational vor. Max überredet mich, hierher zu kommen und Alex scheint damit absolut nicht einverstanden zu sein. Da bin ich jetzt echt auf diesen Tom gespannt.

Alex dreht sich um und geht ins Haus. Ich folge ihr immer noch verunsichert. Dabei habe ich Mühe, mit ihrSchritt zu halten. Sie stürmt durch den Flur, durchquert ein Wohnzimmer und tritt dann hinaus auf eine Terrasse. Dort sitzt ein junger Mann – ich würde ihn auf etwa 27 Jahre schätzen – an einem Tisch und schaut eher gelangweilt Unterlagen durch. Als er mich erblickt, steht er sofort auf und kommt uns entgegen. Alex allerdings rauscht nur an ihm vorbei. Er schaut sie verdutzt an.

„Ich gehe mit Amy hinunter an den See. Zuerst will ich mit ihr reden“, herrscht sie ihn an.

„Aber sie will … „

„… zu dir?“, unterbricht sie ihn. „Das wollte sie. Aber das ist mir egal. Jetzt rede ich mit ihr.“

„Du? Wozu?“

„Weil!“

Mehr sagt sie nicht und setzt ihren Weg fort. Sie geht eine Wiese hinab und erst jetzt fällt mir auf, dass sie auf einen See zuhält. Genauer gesagt steuert sie auf ein Bootshaus mit Steg zu.

„Komm und achte nicht auf ihn“, ruft sie mir über die Schulter hinweg zu. Etwas unsicher bin ich bei Tom stehen geblieben. Auf ihre Aufforderung hin setze ich mich wieder in Bewegung.

„Hallo“, sage ich im Vorbeigehen.

Ich schaue den jungen Mann entschuldigend an und zucke mit den Achseln. Was soll ich machen. Alex wirkt dermaßen entschlossen, dass auch der junge Mann, der vermutlich Tom ist, nichts anders tun kann, als hilflos dreinzuschauen und sie gewähren zu lassen.

„Hallo“, grüßt auch er und setzt sich wieder.

Damit ist klar, dass ich seiner Alex folgen soll. Sie hat schon einigen Vorsprung und ich hole sie erst wieder ein, als sie das Bootshaus erreicht hat.

„Setz dich!“, weist sie mich an.

Vor dem Bootshaus ragt eine kleine Terrasse auf den See hinaus, auf der sich ein Tisch und sechs Stühle befinden. Zögerlich setze ich mich auf einen der Stühle. Ich verstehe echt die Welt nicht mehr. Gespannt schaue ich zu, wie auch sie sich auf einen Stuhl setzt und versucht eine bequeme Haltung einzunehmen.

„Ist das dein Ernst?“, fährt sie mich sogleich an.

„Was denn bitte?“

„Hast du eine Ahnung, auf was du dich da einlässt?“

„Ich will mir doch nur das Angebot dieses Thomas anhören. Max hat gemeint, ich sollte das unbedingt machen. Eigentlich wollte ich nach meinem ersten Gespräch erst gar nicht herkommen“, antworte ich eingeschüchtert.

„Max hat dich überredet?“

„So könnte man sagen.“

„Hat er dich angerührt?“

„Nein, er hat mich nur begutachtet.“

„Das heißt?

Alex wirkt angespannt. Ihre Augen haben sich verengt und ich kann spüren, wie nervös sie ist. Ich glaube, wenn Max noch hier wäre, würde sie ihn in Stücke reißen.

„Ich musste mich ausziehen, er hat mir an die Brüste und zwischen die Beine gegriffen und mir einen Finger äh …“

Langsam wird mir das peinlich. Wie komme ich dazu, das alles einer wildfremden Frau zu erzählen. Naja, unsympathisch ist sie mir nicht. Schließlich hat sie Max behandelt, wie einen Laufburschen. Er hat Respekt vor ihr und das imponiert mir wieder.

„Er hat dir einen Finger in dein Fötzchen geschoben und dich damit gefickt?“

„Ja, so könnte man es sagen.“

„Dieses Schwein!“

Alex schießt in die Höhe und ist sichtlich empört. Sie tigert auf der Terrasse herum. Wut steigt in ihr hoch. Ich kann ihre Reaktion nicht wirklich verstehen. Ihr Bruder besitzt ein Unternehmen, das Pornofilme produziert. Warum also die Aufregung. Ich greife nach Alex und halte sie am Oberarm fest. Ihr Herumirren macht mich irre.

„Was ist los?“

Ich schaue sie entschlossen an. Aber auch sie blickt mir direkt in die Augen. Sie meidet den Blickkontakt nicht. Das spricht wieder für sie.

„Ich will das nicht.“

„Was willst du nicht?“

„Dass du für die arbeitest.“

„Für wen?“

„Für Tom und seine Leute.“

„Hä? Das verstehe ich jetzt nicht“, gestehe ich ehrlich.

„Ich hasse es, wenn Max und Tom sich Mädchen halten, mit denen sie machen, was ihnen gerade in den Sinn kommt. Das ist abartig.“

„Das solltest du aber ihnen sagen und nicht mir.“

„Im Moment geht es um dich.“

„Ich kann durchaus auf mich alleine aufpassen.“

„Das bezweifle ich.“

„Na hör mal! Ich bin alt genug und muss mir von dir keine Vorschriften machen lassen. Außerdem brauche ich Geld. Viel Geld sogar und das auch noch dringend.“

„Entschuldige“, meint sie daraufhin kleinlaut. „Ich habe wohl überreagiert.“

„Das kann man wohl sagen“, antworte ich. „Dann gehe ich mal zu deinem Bruder.“

„Nein, bitte warte“, hält nun sie mich am Arm zurück. „Ich möchte mit dir reden.“

„Mit mir reden? Wir reden ja schon die ganze Zeit.“

„Du brauchst Geld und ich kann dir Geld bieten. So einfach ist das.“

„Du? Nicht dein Bruder?“

„Lass uns spazieren gehen, dann erkläre ich dir alles.“

Sie windet sich aus meinem Griff und schaut mich auffordernd an. Ich schaue sie nachdenklich an, folge ihr aber schließlich doch. Wie ich erst jetzt erkenne, geht am Ufer des Sees ein Weg entlang. Auf diesen steuert sie zu. Nach etwa 50 Meter bleibt sie stehen und wartet darauf, dass ich aufschließe. Von da an setzen wir den Weg gemeinsam fort und gehen nebeneinander her.

„Meine Eltern besaßen ein gutgehendes Architekturbüro. Jeder, der in dieser Stadt etwas auf sich hielt, wandte sich an sie. Meine Eltern waren beruflich ein unschlagbares Team, haben sich aber im Laufe der Jahre privat auseinandergelebt. Jeder hat irgendwann gemacht, was er wollte. Die Familie bleib bestehen, aber die beiden hatten so gut wie keine private Beziehung mehr.

Mein Vater hatte zunächst mehrere Affären. Eines schönen Tages eröffnete er meiner Mutter, dass er eine Firma gekauft hat, die Pornofilme produziert. Für ihn war es nicht wegen des Geldes. Davon hatte er mehr als genug. Er hatte mit der Firma viele junge, hübsche und vor allem willige Mädchen leicht verfügbar und stets zur Hand. Wann immer er seinen Schwanz in einer Muschi versenken wollte, war das möglich. Kein Mädchen, das er zu sich rief, hat es gewagt, sich ihm zu verweigern.“

Alex macht eine kurze Pause. Sie ist stehen geblieben und blickt nachdenklich auf den See hinaus.

„Wie mich das ankotzt!“, fährt sie fort. „Er hat die Mädchen wie Nutten behandelt. Mit der Zeit wurde es immer krasser und er hat Partys geschmissen, bei denen die Darstellerinnen den Gästen zu Willen sein mussten. Da wurden unglaubliche Orgien gefeiert und die Mädchen mussten Dinge machen, die du dir nicht vorstellen kannst. Mein Vater und später auch mein Bruder haben immer geglaubt, ich würde nicht mitkriegen, was da läuft. Aber ich bin doch nicht blöd. Ich hatte und habe meine Informanten.

Mein Vater und mein Bruder haben sich immer eingeredet, das Geschäft sei profitabel. In Wahrheit aber würde es, ohne die Zuschüsse aus dem Architekturbüro, diese Schmuddelfirma schon lange nicht mehr geben.“

Erneut unterbricht sich Alex. Sie kommt auf mich zu und streicht mir sanft mit der Hand über den Arm. Ihr Blick wird plötzlich weich und sie schenkt mir ein Lächeln, ein unglaublich schönes Lächeln.

„Meine Eltern sind vor einem Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Man nimmt an, dass sie gestritten haben und mein Vater dabei unachtsam war. Auf jeden Fall kam er von der Straße ab und der Wagen ist einen Abhang etwa 200 Meter in die Tiefe gestürzt. Er hat sich dabei mehrfach überschlagen. Für meine Eltern kam jede Hilfe zu spät.“

„Das tut mir leid“, sage ich mitfühlend. Ich meine es ernst.

„Danke, es war ein echter Schock für mich. Ich bin mir nämlich sicher, sie haben wegen dieser gottverdammten Pornofirma gestritten.“

„Glaubst du?“

„Sie hatten deswegen immer wieder Streit.“

Es entsteht erneut eine Pause. Ich weiß auch nicht was sagen. Diese Frau erzählt mir ihre Lebensgeschichte und ich weiß eigentlich immer noch nicht warum.

„Aber was hat das mit mir zu tun?“

„Ich habe ein abgeschlossenes Architekturstudium und war gerade dabei, in das Büro meiner Eltern einzusteigen. Mein Bruder dagegen hat nie etwas anständiges gelernt. Er hat sich nur mit meinem Vater um die Pornofilme und die Party-Events gekümmert. Die beiden haben Dinge gemacht, von denen du keine Ahnung hast und es besser auch nie erfahren solltest. Ich bin mir sicher, sie hatten gemeinsam auch Sex mit einer oder mehreren Frauen. Tom hat einmal gemeint, die geilste Erinnerung an meine Eltern sei ein Sandwichfick zusammen mit Papa.“

„Oh du heilige Scheiße!“, entfährt mir.

„Das kannst du laut sagen. Mein Bruder ist ein verkommener und durch und durch verdorbener Mistkerl. Aber er ist mein Bruder und meine einzige Familie, die mir geblieben ist. Es war dann auch kein Wunder, dass ich mich seit dem Tod meiner Eltern um das Architekturbüro kümmere und er sich mit dem Hobby meines Vaters beschäftigt.“

„Das ist vermutlich nicht besonders fair“, mutmaße ich.

„Das kann man so nicht sagen. Zwar bleibt die ganze Arbeit an mir hängen, aber dafür habe ich das Sagen. Ich habe sogar beschlossen, ihm den Geldhahn zuzudrehen, aber er macht unbeirrt weiter. Ich wette er wollte dir einen sehr lukrativen Vertrag anbieten, den er sich aber eigentlich gar nicht leisten kann.“

„Wie kommst du darauf?“

„Du bist genau sein Typ. Um dich zu kriegen, würde er jede Summe bieten. Da bin ich mir sicher. Bei ihm hängt das Geld sehr locker. Er muss es ja auch nicht selbst verdienen.“

„Gut, aber mir stellt sich immer noch die Frage, was das alles mit mir zu tun hat.“

„Ich will dich!“, platzt sie heraus.

Ich schaue sie erst mal völlig perplex an. Wie meint sie das? Was versteht sie darunter, dass sie mich will?

„Hä?“

„Ich stehe auf Frauen und wie du vorhin vor der Tür standest, war es um mich geschehen.“

„Ich soll für Geld deine Freundin sein.“

„So in etwa“, antwortet sie. „Ich möchte dich als Assistentin anwerben und gleichzeitig mit dir Sex haben.“

„Du meinst, wenn ich gegen Geld mit Männern ficken kann, dann kann ich es auch mit dir.“

„Ich kann dir einen guten Deal anbieten.“

„Aber ich studiere noch. Deshalb brauche ich doch das Geld. Ob da zwischen Haushalt und Studium noch Zeit für einen Job bleibt, bezweifle ich. Außerdem willst du dann ja auch noch etwas von mir haben.“

„Was studierst du?“

„Architektur.“

„Das trifft sich ja hervorragend. Du könntest bei uns einsteigen. Das wäre eine einmalige Chance für dich.“

„Dabei wird aber sicher auch dein Bruder ein Wörtchen mitreden wollen und ich bezweifle, ob er klein beigibt, wenn du mich ihm wegschnappst.“

„Im Architekturbüro entscheide ich alleine. Da brauche ich ihn nicht.“

„Das gehört dir allein?“

„Nicht ganz. Ich wollte bei der Aufteilung des Erbes nichts mit der Pornofirma zu tun haben und weil mein Bruder der Meinung war, dass die unglaublichen Gewinne erzielen kann und nicht das Architekturbüro, hat er sich dort mit 25 Prozent der Anteile begnügt. Ich halte damit mit 75 Prozent die Mehrheit.“

„Aber wie genau stellst du dir unser Arrangement vor?“

„Lass uns das heute beim Abendessen besprechen. Ich möchte jetzt mit dir schwimmen gehen und in der Sonne liegen.“

Ich schaue sie etwas misstrauisch an. Ich verstehe nicht, warum sie nicht gleich mit der Sprache herausrücken will. Sie scheint meine Unsicherheit zu spüren.

„Wir haben beide keine Badesachen dabei. Also gehen wir nackt schwimmen und liegen nackt nebeneinander im Gras. Dabei lernen wir uns womöglich etwas besser kennen. Ich gehe davon aus, dass du mich nach diesem Zusammensein besser einschätzen und leichter eine Entscheidung treffen kannst. Ich möchte nicht, dass du dich auf etwas einlässt, das am Ende nicht deins ist.“

„Das finde ich sehr rücksichtsvoll.“

Alex imponiert mir. Sie hat zwar ein sehr außergewöhnliches Anliegen, will mir aber ermöglichen, mich richtig zu entscheiden. Sie spielt fair und genau das mag ich.

Kapitel 3

Wir liegen splitternackt im Gras. Mit Alex kann man echt Spaß haben. Wir haben getobt und geplantscht, wie zwei Teenager. Deshalb sind wir auch müde. Wir hatten dabei keine Berührungsängste. Mir kam es die ganze Zeit so vor, als würden wir uns schon ewig kennen.

„Mann bist du hübsch“, sagt Alex plötzlich.

„Du bist aber auch ein heißer Feger“, kichere ich etwas verlegen.

„Danke für das Kompliment.“

Ich bin solche Gespräche mit einer Frau nicht gewohnt. Zwar herrscht zwischen uns beiden eine sehr angenehme Vertrautheit, dennoch habe ich noch nie eine Frau auch nur genauer angeschaut.

„Du hattest noch nie etwas mit einer Frau?“

„Nein, nie.“

„Auch nicht so eine Schwärmerei oder Versuche mit einer Freundin als Teenager?“

„Nein, mein Vater war sehr konservativ. Da war schon die Vorstellung, lesbisch zu sein, eine schwere Sünde. Mein Vater war Pastor.“

„Oh! Und deshalb hast du nie eine Frau angefasst.“

„Nie!“

„Auch nie geküsst?“

„Nicht so richtig mit Zunge und so. Nur ein unschuldiges Küsschen auf die Wange.“

„Verstehe“, sagt sie. „Bist du bereit, es zu versuchen?“

Ich hebe meinen Oberkörper, drehe mich etwas zur Seite und stütze meinen Kopf mit dem Arm ab. Ich lasse meinen Blick über ihren Köper gleiten. Alex ist verdammt hübsch. Verträumt nehme ich eine Strähne, die ihr ins Gesicht hängt und spiele damit. Sie lächelt mich an. Ihre Augen sind unglaublich. Ich habe das Gefühl, bis tief in ihre Seele zu blicken. Sie will mich. Das ist mir in diesem Moment klar.

Ohne lange zu überlegen, beuge ich mich zu ihr hinüber und lege meine Lippen auf die ihren. Kurz bevor ich sie berühre, werfe ich ihr noch einen schnellen Blick zu, so als wollte ich um Erlaubnis fragen. Alex aber nickt nur und lächelt mich erwartungsvoll an. Sie will es auch. Also überbrücke ich ganz schnell das letzte kleine Stück zwischen uns und schmelze dahin, als ich ihre weichen, warmen Lippen auf den meinen spüre.

Alex ist aber nicht die Passive. Sofort schießt ihre Zunge nach vorne und bohrt sich in meinen Mund. Natürlich lasse ich sie gewähren. Sie legt den Arm um meinen Hals, legt die Hand auf meinen Hinterkopf und zieht mich noch fester zu sich heran. Ich werde von ihrer Entschlossenheit überrascht und verliere das Gleichgewicht. Ich falle zu ihr hinüber und auf sie drauf. Ich spüre ihren warmen, nackten Körper. Die Haut fühlt sich herrlich an. Ihre Beine schlingen sich um meine und wir verlieren uns, eng umschlungen, in einem leidenschaftlichen Kuss.

Auch ihr zweiter Arm legt sich um mich. Dieser ruht jedoch auf meinem Kreuz und drückt mich gegen ihren Körper. Unsere Haut reibt nackt aneinander. Sie spreizt ihre Beine und windet sie um meine. Ich kann mir genau vorstellen, wo sich ihr Geschlecht befindet und wie gespreizt es sein muss.

Keine von uns beiden möchte den Kuss lösen. Erst als wir wirklich keine Luft mehr haben, trennen wir notgedrungen unsere Lippen und japsen gierig nach Sauerstoff. Ich bin schon leicht schwindlig, so sehr haben wir das Luftholen hinausgeschoben.

„Du bist der Wahnsinn!“, haucht Alex.

„Ich hätte nie gedacht, dass es mit einer Frau so schön ist.“

„Kannst du es dir vorstellen?“

Ich überlege. Der Kuss war schon einmal gut. Aber wie läuft das sonst mit einer Frau.

„Dafür weiß ich noch zu wenig.“

„Du hast Angst, du vermisst den Schwanz?“

„So in etwa.“

„Ich verspreche dir, den wirst du nicht vermissen. Ich werde dich ficken, wie kein Mann es je kann.“

„Hier?“

„Hm!“, brummt sie.

„Jetzt?“

Erneut brummst sie.

„Hier vor allen Leuten?“

„Warum nicht. Ist ja so gut wie niemand da.“

Während sie das sagt, wälzt sie uns herum, sodass ich unter ihr zu liegen komme. Sie verlagert ihren Körper ein wenig, sodass meine Muschi nicht mehr von ihrem Körper abgeschirmt wird. Ohne zu zögern, fährt sie mit der Hand dorthin, wo sich meine Beine treffen und beinahe automatisch spreize ich die Schenkel.

„Braves Mädchen!“, lobt sie mich.

Dann aber dringt sie, ohne zu zögern, mit einem Finger in mich ein. Ich bin schon feucht und das nützt sie schamlos aus. Mir ist es peinlich, auf dem Präsentierteller Sex zu haben. Deshalb halte ich ihren Arm fest und ziehe ihn von mir weg.

„Nicht hier!“

„Gut, wo dann?“

„Komm die Nacht mit zu mir“, biete ich an.

„Warum zu dir. Wir können genauso gut auch hierbleiben.“

„Aber ich habe nichts dabei:“

„Du kriegst alles was du brauchst von mir“, bietet sie an. „Wir haben in etwa die gleiche Statur.“

„Und wir reden dann morgen über den Deal?“

„Von mir aus.“

Kapitel 4

Wir sitzen in einem schlicht aber mit einem teuren Geschmack eingerichteten Speisezimmer. Eine ganze Seite besteht nur aus einer Glasfront, die hinaus auf die Terrasse schaut. Wir haben uns am See noch lange geküsst und es war, das muss ich ehrlich zugeben, echt heiß. Ich hätte nie gedacht, dass ich mich mit einer Frau dermaßen wohlfühlen könnte.

„Da sind drei Gedecke“, werfe ich ein.

„Tom kommt gleich“, antwortet Alex.

„Was wird er sagen, wenn ich die Seiten wechsle?“

Alex lacht laut auf. Ihr scheint mein Wortspiel zu gefallen. Und, dabei wird mir auch klar, dass sie absolut keine Sorge hat, sich nicht gegen ihren Bruder durchsetzen zu können. Während ich noch meinen Gedanken nachhänge geht die Tür auf und er ist mit wenigen Schritten im Zimmer und am Tisch.

„Alexandra, was bildest du dir ein?“, fährt er seine Schwester an. Tom ist definitiv sauer.

„Was meinst du?“, kontert sie mit Unschuldsmine. Dann wendet sie sich mir zu. „Wenn er mich mit meinem vollen Namen anspricht, dann will er etwas.“

„Du willst mir Amy wegschnappen.“

„Amy ist ein freier Mensch und kann selbst entscheiden, was sie möchte. Ich zwinge sie zu gar nichts.“

„Was bietest du ihr?“, will es wissen.

„So weit sind wir noch nicht.“

„Sag mir nicht, Ihr seid in der Kennenlernphase. So ein Scheiß!“

„So könnte man es tatsächlich nennen.“

Tom mustert mich genau. Er lässt die längste Zeit seinen Blick über mich schweifen. Es ist mehr als offensichtlich, dass er mich unbedingt haben will.

„Dann verlange ich auch eine Kennenlernphase.“

„Wenn Amy sie dir zugesteht, dann werde ich nichts dagegen sagen. Aber sie ist auch nicht verpflichtet, darauf einzugehen.“

„Nun sag du doch auch mal etwas“, schnauzt er mich an.



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