Nachhilfe vom Cousin teil 2.



Das sah schon sehr erotisch aus. Meine Brüste schienen angeschwollen und pulsierten, die Nippel ragten hoch wie kleine Beeren. Die Bauchdecke hob und senkte sich in schnellen Rhythmus, meine Schenkel bildeten ein breites V. Ich kippte das Becken vor, um meine Scheide besser im Blick zu haben. Die Schamlippen klafften leicht auseinander und glitzerten rot.

„Du riechst köstlich“, murmelte er und beschnüffelte mich. Ich wäre fast aus der Haut gesprungen, als er mich mit der Nase unabsichtlich berührte. „Ob du auch so gut schmeckst?“

„Find´s doch raus.“ Ich stellte ein Knie hoch und nahm das Bein zur Seite.

Seine Zunge, groß und nass, fuhr durch meinen Schlitz und leckte über die Klitoris ganz oben. Ich verschluckte mich vor Aufregung und musste husten. Meine Brüste wackelten. Schnell unterdrückte ich den Reiz, um nur nichts von den unglaublichen Sinneseindrücken von dort unten zu verpassen. Toby küsste mich abwechselnd auf die linke und auf die rechte Lustlippe, auf die zarte Fuge zwischen Muschi und Schenkel daneben, auf den Venushügel, und wieder direkt auf die Öffnung. Kurz züngelte er hinein, dann klemmte er eine Schamlippe zwischen die Zahnreihen und zog vorsichtig.

Ich war gestorben und im Himmel! Es gab keine andere Erklärung für die exquisiten Impulse, die meine Nerven entlang jagten. Für das Sehnen nach der endgültigen, finalen Verschmelzung, das in meinem Innersten heranwuchs. Ich keuchte und stöhnte und jammerte vor mich hin und hoffte, das würde Jahrhunderte so weiter gehen.

Plötzlich drang seine Zunge tief in mich, wie ein unartiges Tier, getrieben von Neugier und Hunger. Unanständige Schmatzlaute erfüllten die Luft und gaben mir ein herrliches Gefühl von Lasterhaftigkeit. Ich wollte nicht mehr brav sein, oder tugendsam oder keusch. Ich wollte von diesen animalischen Impulsen ausgefüllt werden, bis mir die Wollust zu jeder einzelnen Pore herauskam.

Mein Körper wand sich unter Tobys Behandlung, suchte noch mehr Kontakt, noch mehr Reiz, noch mehr Reibung. Er antwortete, die Zungenspitze auf mein Lustzentrum gepresst, die Hand um meinen Po. Unsere Bewegungen schwangen zusammen, tanzten umeinander, wirbelten empor. Ein neues Fließen setzte ein, ein Brennen, heiß, stachlig, begleitete von einem Pulsieren in meiner Muschi. Oh Gott — dieses Gefühl kannte ich doch, von den nächtlichen Streicheleien. Dieses anschwellende Singen im Bauch, dieses sehnsüchtige Suchen, Wollen, Brauchen…

Der Schrei hörte sich dünn und spitz an in den eigenen Ohren, als ich kam. Mein Unterleib krampfte und arbeitete wie eine durchgehende Dampfmaschine. Die Wellen der Erschütterungen, die durch den Körper liefen, ließen meine Zähne klappern. Toby klammerte sich an mein zuckendes Geschlecht, hielt die Zunge darin vergraben, und bot damit einen Kontaktpunkt für immer neue Lustreize, neuen Widerstand, neue Zeitlupenexplosionen. Ich saß gefangen im Kerker der Lust, der Schlüssel weggeworfen, von der Welt vergessen. Ein Nirwana der Sinnlichkeit, endlose Weiten purer Ekstase.

Göttlich!

Jemand küsste mich auf die offenen Lippen, blockierte meine rasenden Atemzüge. Ich roch und schmeckte die eigene Würze und sah in zwei leuchtende braune Augen. Mit einem Aufschrei schlang ich meine Arme um Tobys Nacken. Unsere Münder verschmolzen zu einem nassen Kuss, erfüllt von den Aromen meiner Säfte und von meinem Staunen. Bisher hatte ich mich eher vor Intimgeruch gefürchtet und gehofft, möglichst wenig davon zu verströmen. Jetzt wollte ich am liebsten duften wie eine Dschungelblume. Durchdringend, süß und unwiderstehlich.

Lektion vier: Wenn es der Richtige ist, dann kann ich gar keinen Fehler machen!, ging es mir durch den Kopf. Er auch nicht. Dann passt es einfach. Alles ist Teil des Ganzen. Es gibt keine Grenzen, keine Vorbehalte.

„Du magst orale Verwöhnung, so wie es aussieht“, flüsterte Toby mit einem angedeuteten Grinsen auf den Lippen. Sein Blick schien sich in mich hinein zu brennen.

„War meine erste.“ Ich knabberte an seinem Kinn. „Aber vermutlich nicht die letzte. Das war magisch.“

„Die erste? Im Ernst?“ Er lachte auf. „Ich kann immer weniger glauben, dass du gar keine Erfahrung hast. Das fühlt sich absolut nicht so an. Du bist so was von leidenschaftlich, Ria.“

Ich küsste ihn, überwältigt von diesem Statement. War das wirklich ich, die sich da plötzlich so ungehemmt der Wollust hingeben konnte? Das passte nicht in mein Selbstbild.

Das brachte mich wieder auf den Gedanken von vorhin, dass ich ständig nur um mich selbst kreiste und ihn überhaupt nicht richtig wahrnahm. Oje! Mein Cousin besorgte es mir nach Strich und Faden, und was war mit ihm? Was war ich nur für ein selbstsüchtiges Stück!

Schuldbewusst rappelte ich mich in die Höhe und drängte ihn zur Seite und auf den Rücken. Mit einem erstaunten Blick gab er nach und ließ sich zurücksinken. Die Zeltstange in der blauen Unterhose ragte noch auf, zeigte aber nicht mehr ihre volle Härte. Zögernd legte ich meine Hand darauf. Spürte die Hitze unter dem Stoff und das Klopfen seines Pulses.

„Ich nehme an, das ist auch das erste Mal, dass du einen männlichen Schwanz berührst.“

„Stimmt“, gab ich zu und fuhr an der gewölbten Form entlang.

„Dann liege ich jetzt einfach hier rum und lasse dich deine Neugier befriedigen.“ Er verschränkte die Arme hinter dem Kopf und schloss lächelnd die Augen.

Für ein paar Sekunden spürte ich Verwirrung. Er ließ mich damit alleine? Ohne weitere Anleitung? Doch schnell erkannte ich, was er bezweckte. Ich hatte mir den richtigen Lehrer ausgesucht, soviel stand fest.

Sorgsam streichelte ich ihn und verfolgte, wie die Erektion praller wurde und die Unterhose sprengen wollte. Darunter fühlte es sich weicher an. Das mussten die Hoden sein. Ich beugte mich vor. Ein kleiner, nasser Fleck verfärbte den Stoff dunkel. Er war also auch feucht. Ich wusste nicht, dass Männern das genauso ging, wenn sie erregt waren. Oder war er etwa schon gekommen und ich hatte es nicht einmal bemerkt? Nein, unmöglich. Dann wäre der Fleck sehr viel größer sein müssen, nicht wahr?

Ich nahm all meinen Mut zusammen und schob den Slip hinab, über seine festen Schenkel. Schwarzes Gewirr enthüllte sich, und sein Schwanz sprang hoch und klatschte gegen den Bauch. Interessiert betrachtete ich das Stück. Er war nicht besonders lang, soweit ich das sagen konnte, sah aber hübsch dunkel und massiv aus. Irgendwie nach Verlässlichkeit und Solidität. Nach Bär eben. Bei jedem Pulsschlag zuckte er leicht in die Höhe. Die Vorhaut war halb zurückgeschoben, die Eichel glänzte nass, benetzt mit einer klaren Flüssigkeit. Ich schnupperte daran. Der Holzgeruch war hier stärker, beinahe überwältigend. Wie Waldhonig in einem Sägewerk.

Sacht nahm ich den Penis zwischen die Fingerspitzen. Hart und heiß. Adern zogen sich an der gewölbten Unterseite entlang. Darunter hing das gefurchte Säckchen mit den zwei Kieselsteinen darin. Das sah genauso aus wie im Biologiebuch in der Mittelstufe. Doch so nah vor meinem Gesicht wirkte es viel eindrucksvoller. Und lebendiger.

Ich drückte einen Kuss darauf. Haare kitzelten meine Lippen. Toby seufzte und öffnete die Beine. Ermutigt ließ ich den Mund am Schaft empor wandern, bis ich auf etwas Nasses stieß. Ich nahm eine Zungenspitze davon, kostete. Bevor ich mich versah, hatte ich ihm die Haut komplett zurückgezogen und die glänzende Eichel zwischen die Lippen genommen.

Meine Güte! Das schmeckte irre gut. Völlig anders als ich selbst, und doch ähnlich. Toby stöhnte und sein Schwanz spannte sich in meinem Mund an. Unwillkürliche Reaktionen, wie ich genau spürte.

Die Zeit dehnte sich und verlor jede Bedeutung. Mit traumwandlerischer Sicherheit ließ ich meine Zunge um die Kuppel kreisen und nahm mehr von seiner Länge in den Rachen. Ich nagte am Schaft entlang und leckte über die Hoden. Ich klemmte ein paar Schamhaare zwischen die Zähne und zog spielerisch daran. Ich schloss die Lippen wieder um die Spitze und saugte wie an einem Nippel. Ohne Überlegen, ohne Plan, ohne Kopf.

Ich überließ mich ganz dem Spüren, dem Wahrnehmen. Aus kleinsten Bewegungen, aus dem Stocken seines Atems, und aus der Spannung der Muskeln las ich so klar, was er mochte, als würde es mir jemand ins Ohr flüstern. Gleichzeitig erforschte ich die Geheimnisse des männlichen Körpers und gewöhnte mich an das unbekannte Organ. Bei dem Gedanken, dass dieser wunderbare Schwanz bald in mir sein würde, zog sich mein Bauch voller Erwartung zusammen.

„Ria…“ Er griff nach meiner Schulter.

Ich richtete mich auf und leckte mir die Lippen.

„Wenn du weiter machst, dann komme ich“, meinte er ernsthaft. „Willst du das? In den Mund?“

Wollte ich das? Ich konnte mir das nicht recht vorstellen.

„Willst du?“, wich ich daher aus.

„Nein“, kam seine Antwort sofort. Er stemmte sich hoch. Der Blick, mit dem er mich bannte, hatte die Intensität eines Laserstrahls. „Ich will dich jetzt haben.“

Ich schluckte. Puh, bei dieser unmissverständlichen Ansage rieselte es mir durch Mark und Bein. Nun spürte ich doch ein wenig Bammel.

„Ich will dich auch“, flüsterte ich und zog ihn auf mich, zwischen meine weit geöffneten Schenkel. Er ragte über mir auf wie ein Berg, aber seine Augen war trotz der Gier, die darin brannte, voller Zärtlichkeit. Ich vertraute ihm, voll und ganz.

Mit ein, zwei kleinen Hüftbewegungen brachte er sich in Position. Etwas Heißes küsste meine Schamlippen und drängte sie leicht auseinander. Jetzt! Jetzt!

Toby zögerte.

„Diesen Augenblick wirst du dein Leben lang nie vergessen“, raunte er mir zu. „Das erste Mal ist immer ein magischer Moment.“

Ich nickte. War okay. Ich wollte endlich mehr, wollte ihn, wollte seinen…

Er drang mit einem festen Stoß in mich.

„UH!“

Ich riss die Augen auf. Das fühlte sich riesig an! Ein kurzes Ziehen, ein Stechen, dann rutschte er vollends hinein. Ich konnte förmlich spüren, wie er meine Höhlung weitete, auseinander zwang. Er berührte mich an Stellen, die noch nie berührt worden waren.

Unbeschreiblich.

Ich sah ihn an, überwältigt von dem Wirbel an Eindrücken, Gefühlen und Impulsen. Konnte es kaum glauben. Ich war endlich keine Jungfrau mehr. Ich schlief mit einem Mann! Einem, den ich so gut kannte, und dem ich vertraute wie keinem anderen. Dem Richtigen, sagte mein Körper. So gut, wie sich das anfühlte, so schmelzend süß, so irrwitzig tief, das musste einfach richtig sein. Mein Herz schwoll zu einem Ballon.

„Daran will ich mich auch ein Leben lang erinnern!“, brachte ich tonlos heraus und zog ihn an mich, auf mich.

Lektion fünf: Sex mit dem Richtigen ist mehr nur schön. Es ist fast etwas Heiliges.

Er bewegte sich, nur wenig, ganz leicht. Eine Winzigkeit zurück, und wieder vor. Gerade genug, dass ich sie volle Größe seiner Rute gut in mir spüren konnte. Das Ding, das ich eben noch in den Fingern und im Mund gehabt hatte, füllte jetzt meinen Bauch, als würde es dort hingehören. Wohltuend dick und berauschend hart.

Dazu streichelte er mich. Überall, den Hals, den Busen, die Seiten, die Schenkel. Die Hitze aus dem Inneren breitete sich zusehends über meine ganze Oberfläche aus und wurde von seiner Vorderseite zurückgestrahlt, verdoppelt, multipliziert. Ich keuchte auf, als er meine rechte Brust fest umfasste und zum ersten Mal tief zustieß.

„Das ist… gut!“, hauchte ich an seiner Schulter. „Nochmal bitte.“

Er tat mir den Gefallen. Ein drittes Mal. Und wieder. Ich konnte nichts gegen das schwachsinnige Lächeln tun, das an meinen Mundwinkeln zerrte. Ich wurde gefickt. Und ich liebte es! Ich wollte es! Ich brauchte es!

Ohne weiteres Zutun nahm mein Becken den Takt auf und antwortete, stemmte sich jedem von Tobys Attacken entgegen, wollte ihn tiefer haben. Ich klammerte mich an ihn, ließ keinen Millimeter Luft zwischen unseren verschwitzten Körpern. Flüssiges Blei rann in dünnen Strömen durch mein Inneres und setzte das Fleisch in Brand. Er arbeitete, und ich ging voll mit und keuchte im selben Rhythmus wie er.

Zwischendurch hob er den Kopf und zwang mich, ihn anzusehen. Ich hielt seinen Blick kaum aus, doch gleichzeitig sehnte ich mich danach, dass er bis auf den Grund meiner Seele vordrang. Dass er Dinge in mir sah, die noch nie jemand gesehen hatte. All meine Geheimnisse. Meine Wünsche, meine Sehnsüchte, meine intimsten Träume wollte ich ihm offenbaren. Und im gleichen Zug ihn erkennen, die verborgene Wahrheit seines Wesenskerns.

Er lächelte ein wenig. Das machte einen schmerzlichen, beinahe traurigen Eindruck. Aber bevor ich diesem Gefühl nachgehen konnte, schob er die Hand tiefer, von meinem Nacken unter meine Taille, und presste mich an sich. Automatisch wickelte ich meine Waden um seinen Hintern und öffnete mich einen Tick mehr. Er pumpte fest und regelmäßig, ohne Hektik. Ich genoss jedes Fünkchen Reibung, das unsere ineinander gesenkten Geschlechter produzierten.

Zwischendurch wunderte ich mich über mich selbst. Wer hätte gedacht, dass Sex so leicht, so einfach sein würde? Dass ich es nicht nur mochte, sondern richtig darauf abfuhr? Was hatte mich nur all die Jahre davon abgehalten?

Sein Bewegungsmuster veränderte sich und enthielt eine neue, drängende Qualität. Er stöhnte tiefer, kehliger, trieb härter.

„Ich bin gleich soweit, Ria“, ächzte er.

„Gut.“ Ich fühlte mich so offen wie eine Schale. „Komm. Komm in mich…“

Seine Stöße verlangsamten sich, dehnten sich in Zeitlupe. Er spannte sich am ganzen Körper an wie ein Brett bis er zitterte, sog die Luft ein, immer weiter, immer mehr…

Mit einem schluchzenden Schrei löste sich der Krampf. Ein heftiger Orgasmus packte ihn und schüttelte ihn auf mir hin und her. Ich jauchzte und lachte und mein Herz floss genauso über wie meine Muschi. Ihm bei diesem unvergleichlichen Moment so nahe zu sein, jede Einzelheit mit zu spüren, das fühlte sich wie ein Geschenk an.

Ich kam ebenfalls. Leicht, ätherisch, wie eine Sommerbrise. Ganz anders als vorher, bei der oralen Verwöhnung. Wieder schmatzte meine Scheide vor sich hin, nun mit doppelter Wonne, weil um seinen zuckenden Kolben geschmiegt, doch diesmal völlig ohne Anstrengung, ohne Kraft, ohne Gewalt. Ich floss mit ihm mit, nahm seine Ekstase auf. Ließ mich von dem Funkenregen anstecken, den er versprühte wie ein Feuerwerk.

So schwangen wir in absoluter Synchronität, zwei aneinander geschmiegte Blätter, die von einem Sturm davon gewirbelt wurden, aber sich nicht trennten. Ich erlebte zum ersten Mal das Wunder eines geteilten Höhepunktes. Danach konnte man süchtig werden, oder etwa nicht?

Das gemeinsame Hinabgleiten an der Rückseite des Lustgipfels fühlte sich mindestens genauso schön an. Ganz allmählich beruhigte sich unser Atem. Wir hielten uns umschlungen, wortlos, immer noch zusammen schwebend. Schweiß trocknete auf meiner Haut und bildete einen kühlen Gegensatz zu Tobys Hitze. Ich kam mir so rund und erfüllt vor wie nie zuvor in meinem Leben.

Irgendwann seufzte er und schob sich zur Seite. Seine Augen leuchteten wie Rauchquarz, als er mich ansah.

„Danke, Toby“, brachte ich nur heraus und strich ihm sacht über die Wange. „Das war wirklich magisch.“

„Ja.“ Er küsste mich, sehr weich. Sein Blick war ernst. „Zufrieden mit deiner Nachhilfestunde?“

Für einen Moment wusste ich nicht, was er meinte. Dann fiel es mir wieder ein. Ach richtig, Diether. Ich war ja nur zur Vorbereitung auf das eigentliche Event bei ihm. Aus irgendeinem Grund wollte ich jetzt nicht daran denken.

„Ich bin so zufrieden, wie man es nur sein kann“, schnurrte ich und schmiegte mich enger an seine Seite. „Von dir lerne ich am liebsten. Ich komme mir schon nicht mehr ganz so blöd vor.“

„Na, da wird Diether aber begeistert sein.“

Ich sah ihn fragend an. Klang da so etwas wie Sarkasmus aus seinen Worten. Bevor ich ihn fragen konnte packte er zu und drehte mich auf den Bauch. Ich quiekte überrascht auf und hielt still. Seine Hand strich über meinen Rücken, am Po entlang, und zwischen die Beine, groß und warm und fest.

„Die Nachhilfe-Stunde ist noch nicht zu Ende.“ Er nage an meinem Ohr. „Es gibt da ein, zwei Sachen, die ich dir unbedingt zeigen muss.“

Ich seufzte glücklich und machte mich weich für ihn.

Nie hatte ein Lehrer eine folgsamere Schülerin gehabt.

***

Einige Tage später.

Ich stand erneut vor Tobys Tür und wagte wieder nicht, die Klingel zu betätigen. Elend erfüllte mich, und gleichzeitig wilde Freude. Meine Augen fühlten sich an wie Kieselsteine. Zu groß, zu trocken und zu heiß.

Endlich überwand ich mich und drückte den weißen Plastikknopf um einen Millimeter tiefer. Das bekannte Schrillen. Ich wartete atemlos. Schon wieder hatte ich nicht vorher angerufen, obwohl er das doch gesagt hatte. Ich konnte es nicht. Er mochte da sein oder auch nicht. Oder — Gott bewahre — er war nicht alleine. Hatte einen Freund da, vielleicht sogar… Stopp! Daran wollte ich jetzt nicht denken.

Die Tür ging auf. Mein erster Eindruck: Er sah verhärmt aus. Tobys Augen wirkten stumpf, das karierte Hemd hing lustlos an ihm. Hatte er abgenommen?

Sein Unterkiefer sackte herab. „Ria?“, schluckte er. „Dich habe ich…“ Er unterbrach sich. „Sag mal, wie siehst du denn aus? Geht´s dir nicht gut?“

„Wie man´s nimmt.“ Ich schluchzte und lachte gleichzeitig. „Diether, also…“

Er fasste meine Hand und zog mich in seine Wohnung. Dort standen wir voreinander und wussten nichts mit unseren Fingern anzufangen. Ich hätte mein Leben dafür gegeben, dass er mich in den Arm nahm. Aber ich hatte Angst, ihn zu berühren. Ich hatte den Eindruck, dass er dann explodieren könnte. Oder in Tränen ausbrechen. Irgendetwas Schlimmes würde geschehen.

„Was ist los?“, forschte er nach. „Hat es nicht geklappt mit Diether?“

„Doch“, quetschte ich heraus. „Er war bei mir, am Samstag, die ganze Nacht, bis Sonntagabend.“

„Und?“ Toby sah zu Boden. „Hast du mit ihm geschlafen.“

„Ja.“ Ein harter Atemzug gegen die Zentnerlast, die auf meine Brust drückte. „Es war… völlig anders als mit dir.“

Immer noch blickte er mich nicht an. Antwortete nicht. Ich rang nach Worten, genauso wie nach Luft.

„Ich meine, es war okay. Wir haben geschmust und gefummelt, und danach haben wir miteinander geschlafen. Zwei Mal. Er hat überhaupt nicht bemerkt, dass ich kaum Erfahrung habe.“

„Dann ist doch alles bestens, oder?“ Toby zuckte die Schultern, die Augen am Boden. Seine Stimme klang flach. „Der kleine Nachhilfekurs hat seinen Zweck erfüllt.“

„Nein, es ist eben nicht alles bestens!“, lachte ich unter Tränen und umklammerte seine Hände. Er verkrampfte sich und sah mich an, so abwehrend, so feindselig, dass es mir einen Stich in die Brust versetzte.

„Ja, es war gut“, fuhr ich rasch fort. „Richtig nett. Ich war erregt. Ich hatte auch zwei Höhepunkte mit ihm.“

„Aber?“, griff Toby die mitschwingende Frage auf.

„Aber ich habe nicht dasselbe mit ihm gespürt wie mit dir“, flüsterte ich. „Hier.“ Ich presste eine seiner Hände an meine Brust. „Und hier.“ Die andere landete in meinem Schoß.

Toby sah mich an, mit riesigen Augen.

„Soll das heißen…“, begann er zögernd.

„Ja.“ Mein Lachen hörte sich ein wenig irre an. „Ich will dich. Nicht Diether, nicht sonst jemand. Nur dich. Das habe ich ganz klar gespürt.“

In seinem Gesicht ging die Sonne auf. Er riss mich in seine Arme.

„Ich dachte, nur mir geht es so“, hauchte er. „Ich dachte, ich dürfte dir nie wieder so nahe sein. Ich wäre wirklich nur ein Nachhilfe-Lehrer für dich. Ein Freund, mehr nicht.“

„Das habe ich auch geglaubt. Bis mir die Nacht mit Diether gezeigt hat, dass hier etwas überhaupt nicht stimmt. Ich will nur dich!“

Unsere Lippen fanden sich. Sie trennten sich für den Rest des Abends und der Nacht kaum. Ebenso wie andere Teile von uns.

Alles bestens, endlich! Alles war so, wie es sein sollte. Wir waren so, wie wir sein sollten. Zusammen.

Hör auf deinen Körper. Er sagt dir, wer der Richtige ist und wer nicht. Das war meine Lektion sechs, und wahrscheinlich die wichtigsten von allen. Das hieß: Bis jetzt. Wer wusste schon, was ich mit Toby heute alles lernen würde?



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